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Natur(a)-Erlebnisweg Westerzgebirge

Abschnitt 2: Von Hartenstein nach Lindenau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Natur(a)-Erlebnisweg Westerzgebirge
Abschnitt 2: Von Hartenstein nach Lindenau

Wanderroute (ca. 11,5 km, ca. 3 Stunden):
Hartenstein Zentrum – Parkplatz an der Talstraße – Burg Stein – Wildbach – Schneeberger Stadtwald – Keilberg – Griesbach – Stockteich Lindenau

Naturbesonderheiten (Auswahl):
FFH-Gebiet „Muldetal bei Aue“
FFH-Gebiet „Moorgebiet am Filzteich und Stockteich“
Naturschutzgebiet „Hartensteiner Wald“
Wildenfelser Zwischengebirge

Themenwege:
Themenweg 2: „Bei Hartenstein. Von Wäldern, Flüssen und uralten Wegen.“ (Startpunkt am Parkplatz an der Talstraße nähe Burg Stein)
Themenweg 3: „Rund um Lindenau. Ein Dorf und seine Gewässer.“ (Startpunkt am Stockteich in Lindenau)

Sehenswertes (Auswahl):
Burg Stein
Prinzenhöhle
Wildbach
Griesbach
Schneeberg

Einkehr/Übernachtung (Auswahl):
Landgasthof und Pension „Bergschlösschen“, Schlema OT Wildbach
Gaststätte und Pension „Waldschänke“, Schneeberg OT Lindenau (waldschaenke-lindenau.de)
Berghotel Steiger, Schneeberg (berghotel-steiger.de)
Hotel Büttner, Schneeberg (hotel-buettner.de)

Rückweg (ca. 15 km, ca. 4 Stunden) :
Stockteich Lindenau – Goldene Höhe – Griesbach – Ziegelteich – Waldschänke – Langenbach – Fährbrücke – Grünau – Augustenhöhe – Hartenstein

Karte Abschnitt 2

Wegbeschreibung

Wir beginnen unsere Wanderung im Zentrum von Hartenstein und begeben uns wieder auf den nationalen Fernwanderweg „Ostsee-Saaletalsperren“ mit dem blauen waagerechten Strich als Markierung, der uns jetzt bis zum Keilberg bei Schneeberg begleiten wird. Wir gehen das Städtchen hinab und dann immer am Thierfelder Bach entlang in Richtung Burg Stein. Dieser Abschnitt des Weges deckt sich dabei mit einem Teil von Themenweg 2: „Rund um Hartenstein. Von Wäldern, Flüssen und uralten Wegen“. Wir erreichen dann den Parkplatz an der Talstraße, überqueren die Straße und erreichen die sicher sehr sehenswerte und geschichtlich interessante

Burg Stein

Burganlage, die auch ein Museum beherbergt. Wir überqueren die Zwickauer Mulde und halten uns nach der Brücke links weiter an den Fernwanderweg mit dem blauen waagerechten Strich. Es geht nun bergauf durch den Steinwald, einem schönen Buchenmischwald. Nach etwa einem Kilometer geht der Weg zur Ruine Isenburg ab, ein lohnenswerter kleiner Umweg für alle, die sich für die Besiedlungsgeschichte des Erzgebirges interessieren. Der mit einem grünen waagerechten Strich markierte Wanderweg trifft an der Wildbacher Kirche wieder auf den Fernwanderweg.
Wir laufen nun noch einige Zeit am Waldrand entlang, links liegen Felder und bald haben wir den kleinen Ortskern mit der Wildbacher Kirche erreicht. Durch Wildbach

Wildbach

sollte man nicht hindurcheilen, es lohnt sich unbedingt, den Ort noch etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Unsere Wanderung führt dann den Kirchberg hinab, wir überqueren die Hauptstraße und halten uns weiter an den Fernwanderweg, der uns zuerst durch die Feldflur von Wildbach und dann durch den Schneeberger Stadtwald führt. Wir kommen an die Schneeberger Straße und gehen auf ihr nach links. Nach etwa 100 m geht es an einem Parkplatz nach rechts wieder in den Wald hinein. Nach etwa einem Kilometer erreichen wir am Marienhof die Langenbacher Straße, der wir etwa 200 m nach links in Richtung Schneeberg folgen, ehe wir rechter Hand an einer Streuobstwiese in Richtung Keilberg abbiegen. Auf dem Keilberg bietet sich ein umfassender Blick auf Schneeberg und Neustädtel. In der Ferne sehen wir im Osten Bernsbach mit dem Spiegelwald und im Süden den Steinberg bei Zschorlau und dahinter das Auersberggebiet liegen. Wir trennen uns nun vom Fernwanderweg und gehen weiter auf dem Weg mit der Markierung grüner waagerechter Strich in Richtung Griesbach, kommen zuerst am Ziegelteich und weiteren kleineren Teichen vorbei, ehe wir den Ort erreichen. Ähnlich wie der Nachbarort Lindenau (siehe dazu Themenweg 3: „Rund um Lindenau. Ein Dorf und seine Gewässer“) fällt Griesbach durch seine für die

Griesbach

Region ungewöhnlich vielen Teiche und feuchten Wiesen auf. Der Ort war früher für die Trinkwasserversorgung von Schneeberg von großer Bedeutung. Interessant ist hier auch ein Vergleich mit dem zuletzt durchwanderten Wildbach, das kaum Teiche und erheblich weniger Feuchtwiesen hat. Griesbach ist von seiner Gründung her ein Bauerndorf, der Bergbau hielt relativ spät Einzug, erst im 18. Jahrhundert. Kurz nachdem wir den Ort erreicht haben, halten wir uns rechts und gehen etwa 300 m das Dorf hinauf und dann nach links den Kirchsteig entlang. Wir erreichen den Kirch-Teich und die Dorfkirche, die zu den ältesten in der Region gehört und sogar noch romanische Teile aufweist. Kurz danach geht es nach rechts, nach wenigen Metern erreichen wir die Bundesstraße 93, überqueren diese und setzen unseren Weg durch die Feldflur fort. An der ersten Wegkreuzung gehen wir nach links in Richtung Lindenau, kommen recht bald an den Roßner-Teich und an den Parkplatz am Stockteich und haben damit das Ziel unserer Wanderung erreicht. Hier beginnt auch Themenweg 3: „Rund um Lindenau. Ein Dorf und seine Gewässer“.

Beschreibung Rückweg

Wir gehen entlang der Autostraße in Richtung Griesbach. Am Gasthaus „Goldene Höhe“ haben wir einen umfassenden Fernblick auf Schneeberg und Umgebung. Wir überqueren die Bundesstraße 169 und gehen auf der Teichstraße den Ort hinunter, biegen dann links ab und gehen immer geradeaus weiter, zuerst den Waldrand entlang in Richtung Keilberg, dann in den Wald, am Ziegelteich vorbei bis zur nächsten Wegkreuzung an der Straße nach Langenweißbach. Wir treffen auf den mit dem grünen waagerechten Strich markierten Wanderweg, der uns über Langenbach bis nach Fährbrücke führt. Hier trennen wir uns kurz nach Überquerung der Zwickauer

Grünau

Mulde vom Weg, weil wir uns den hübschen Ort Grünau nicht entgehen lassen wollen, der im Wildenfelser Zwischengebirge liegt, einer für unsere Region ganz außergewöhnlichen Naturbesonderheit. Wir laufen auf der wenig befahrenen Ortsstraße durch den Ort. Am Ortsende auf der Höhe, wo sich übrigens die ehemaligen Grünauer Kalkbrüche befinden, halten wir uns rechts, gehen erst einige Meter auf der Fahrstraße Richtung Wildenfels und dann auf dem mit roten waagerechten Strich markierten Wanderweg weiter, von dem aus wir an einigen Stellen sehr schöne Ausblicke auf das im Tal liegende Wildenfels haben. Nach etwa zwei Kilometern zweigt der Wanderweg rechts ins Tal der Zwickauer Mulde ab. Wir aber bleiben auf dem Höhenweg, der uns dem Ziel unserer Wanderung, dem Städtchen Hartenstein, entgegen führt.

Besonderheiten

Wildbach

Wildbach Zentrum

Wildbach gehört zu den ältesten Dörfern im Westerzgebirge. Die Nähe zur Zwickauer Mulde und den dort entlang führenden Handelswegen führten schon Mitte des 12. Jahrhunderts dazu, dass fränkische und thüringische Bauern die dortige Gegend für geeignet hielten, sich und ihren Familien eine zukunftsträchtige Existenz aufzubauen. Wildbach entstand als ein zweireihiges Waldhufendorf entlang des gleichnamigen Baches. Das Dorf hat sich seinen bäuerlichen Charakter bis heute erhalten können, der Bergbau spielte nie eine wesentliche Rolle und das sieht man auch heute noch. Wunderschöne Wiesen unterschiedlichen Charakters, teils mit Obstbäumen bestanden, umgeben die meist gut erhaltenen Häuser und Güter und auch die Kleintierhaltung spielt noch eine sichtbare Rolle. Auch der Baumbestand mit vielen stattlichen Laubbäumen fällt ins Auge. Wildbach gehört ohne Zweifel zu den schönsten Dörfern in der Region.
Besonders auf den kleinen Ortskern mit der Kirche soll noch ausdrücklich hingewiesen werden. Nicht nur diese ist sehenswert, sondern ihr gesamtes Umfeld: das Pfarrhaus mit Pächterhaus und dem wunderhübschen kleinen Vorgarten, die gegenüber liegende ehemalige Schule mit der durch den Heimatverein von Wildbach eingerichteten Heimatstube, die 1871 gepflanzte Friedenslinde, die 1883 gepflanzte Lutherlinde direkt an der Kirche usw.

Pfarrhasu Wildbach


Nicht nur der Vorgarten des Pfarrhauses ist eine wahre Freude, auch an anderen Stellen im Ort finden sich schöne Hausgärten und weil das heute keine Selbstverständlichkeit mehr ist, wollen wir ihnen mit dem nachfolgende Exkurs ein Loblied singen und unseren Dank bekunden.

Schneeberg

Wolfgangskirche Schneeberg

Von einigen Stellen unserer Wanderung ist es nicht weit bis nach Schneeberg hinein und da es bekanntlich noch andere Dinge im Leben gibt als Landschaft und Natur und wir nun einmal in der Nähe sind, sollten wir es nicht unterlassen, das Stadtzentrum von Schneeberg zu besuchen, denn das gehört zu den sehenswertesten im Westerzgebirge. Wahrzeichen der Bergstadt ist die St. Wolfgangskirche, die in den Jahren 1516-1540 auf dem höchsten Punkt des Schneeberges erbaut wurde und weithin sichtbar über der Stadt thront. Egal woher man kommt, sie sticht einem sofort ins Auge. Mit 60 m Länge, 27 m Breite und 20 m Höhe ist sie die größte evangelische Hallenkirche Sachsens. Der Turm ragt stattliche 72 m in den Himmel und verurteilt die wenigen Bäume in seinem Umfeld förmlich zur Unsichtbarkeit. Bekanntester „Einrichtungsgegenstand“ der Kirche ist der 1539 gestiftete Flügelaltar von Lucas Cranach.
Ansehenswert ist auch das Rathaus, das 1527-1547 errichtet wurde und, nachdem es mehreren Bränden zum Opfer gefallen war, 1851/52 seine heutige Form bekam. Aber auch einige bürgerliche Barockhäuser und vieles mehr laden zum Besuch und zur Betrachtung ein. Schnell geht dabei einige Zeit ins Land, aber diese „Zeitverschwendung“ lohnt sich.
Hingewiesen werden soll noch auf den Baumbestand in unmittelbarer Nähe des Zentrums. Am Postplatz stehen zwei bemerkenswerte Blutbuchen, die vor nicht allzu langer Zeit dem Bau eines Einkaufszentrums zum Opfer fallen sollten. Bis jetzt stehen sie noch und wir hoffen natürlich, dass das so bleibt. „Einkaufstempel“ gibt es weiß Gott genug. Schöne Bäume kann man nicht genug haben. Gleich nebenan liegt der Friedhof. Dessen Bestand an Altbäumen ist wirklich bemerkenswert und wir sehen mit

Friedhof Schneeberg

besonderer Freude, dass man auch für Nachwuchs sorgt. Fünf Minuten die Hartensteiner Straße hinaus in Richtung Keilberg erreichen wir die grüne Lunge von Schneeberg, den Stadtpark. Obwohl man ihn in den letzten Jahren doch beträchtlich zurechtgestutzt hat, die Ansichten dazu gehen weit auseinander, können wir als Freunde der Bäume viel Zeit in ihm verbringen, ohne dass Langeweile aufkommt.

Wildenfelser Zwischengebirge

Ins Wildenfelser Zwischengebirge führt uns unsere Wanderung nur, wenn wir den Rückweg von Lindenau nach Hartenstein beschreiten. Aber auch für einen separaten Besuch bietet sich diese kleine Karstlandschaft zwischen den Orten Schönau, Wildenfels und Grünau mit einer Größe von 7,5 km2 an, zum Beispiel entlang des Naturlehrpfads „Museum in der Landschaft“. Seine besondere geologische Bedeutung erhält das Gebiet durch eine zu Tage tretende zwei Kilometer lange, mehrere hundert Meter Breite und bis 20 Meter mächtige Platte oberdevonischer Knotenkalke und unterkarbonischer Kohlenkalke, einmalig nicht nur für unsere Region, sondern für ganz Sachsen. Aufgrund der geologischen Verhältnisse und des Jahrhunderte langen Kalk- und Marmorabbaus hat sich eine ganz eigentümliche Landschaft mit seltenen Biotopen sowie Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Besonders bemerkenswert ist die leider nur noch kleinflächig vorhandene Kalkflora und auch der große Reichtum an Insekten. Beispielsweise über 40 Großschmetterlingsarten wurden festgestellt. Aber auch die Zaun- und Waldeidechse, Kamm- und Bergmolch sind noch anzutreffen. In einigen Brüchen wurde der sehr seltene Edelkrebs nachgewiesen und gefährdete Fledermausarten wie die Mopsfledermaus finden hier noch Lebensräume. Aber angesichts der intensiven Bewirtschaftung der Flächen im gesamten Umfeld der wertvollen Bereiche hängt die Bewahrung dieser gefährdeten Arten wohl am seidenen Faden.
Das Gebiet steht als Landschaftsschutzgebiet „Wildenfelser Zwischengebirge“ und, leider nur kleine Teile davon, als FFH-Gebiet „Kalkbrüche im Wildenfelser Zwischengebirge“ unter Schutz.

Wildenfelser Zwischengebirge