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Natur(a)-Erlebnisweg Westerzgebirge

Abschnitt 3: Von Lindenau nach Burkhardtsgrün

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Natur(a)-Erlebnisweg Westerzgebirge
Abschnitt 3: Von Lindenau nach Burkhardtsgrün

Wanderroute (ca. 8 km, ca. 2,5 Stunden):
Stockteich Lindenau – Lindenau – Filzteich – Ehemaliger Standortübungsplatz Wolfgangmaßen – Buche am Filzbach – Schwarzer Teich – Parkplatz am Skilift Zschorlau – Neuer Leichenweg - Burkhardtsgrün

Naturbesonderheiten (Auswahl):
FFH-Gebiet „Moorgebiet am Filzteich und Stockteich“
FFH-Gebiet „Steinbergwiesen und Seifenbachtal“
Offenland auf dem ehemaligen Standortübungsplatz
Buche am Filzbach
Ehemalige Panzerübungsbahn
Naturschutzgebiet „Heide und Moorwald am Filzteich“

Themenwege:
Themenweg 3: „Rund um Lindenau. Ein Dorf und seine Gewässer.“ (Startpunkt am Stockteich in Lindenau)
Themenweg 4: „Am Steinberg bei Zschorlau. Von Wiesen, Weiden und vom lieben Vieh.“ (Startpunkt am Parkplatz am Skilift zwischen Zschorlau und Burkhardtsgrün)

Sehenswertes (Auswahl):
Neustädtler Bergbaulandschaft

Einkehr/Übernachtung (Auswahl):
Landhotel „Am alten Zollhaus“, Burkhardtsgrün (amaltenzollhaus.de)

Rückweg (ca. 9 km, ca. 3 Stunden):
Burkhardtsgrün – Sportplatz – Neuer Zimmerleithenweg – Kunststraße – Schwalbener Flügel – Filzteich – Waldschänke – Forstteich - Stockteich

Karte Abschnitt 3

Wegbeschreibung

Unser Startpunkt ist der Parkplatz am Stockteich. Wir gehen entlang der Waldstraße das Dorf hinunter und treffen dann gleich auf den nationalen Fernwanderweg „Ostsee-Saaletalsperren“ mit dem blauen waagerechten Strich als Markierung, der uns jetzt bis zum Filzteich begleiten wird. In der Ortsmitte von Lindenau treffen wir auf die Dorfstraße und gehen nach rechts. Nach etwa 500 Metern zweigt der Weg nach links ab und es geht immer durch die Feldflur, bis wir an den Wald am Sandberg kommen. Wir gehen nach links am Waldrand entlang, kommen an der Gaststätte „Jägerheim“ vorbei und erreichen dann den Eingangsbereich des Strandbads Filzteich. Dort stoßen wir auf den Fernwanderweg Eisenach-Budapest (EB, roter waagerechter Strich), dem wir fast bis ans Ende unserer Wanderung folgen werden. Zuerst geht es am Filzteich entlang und wir überqueren den Filzbach. Die bräunliche Färbung seines Wassers zeigt uns an, dass er aus einem sehr moorigen Gebiet kommt. Die Flächen rechts des Wanderweges gehören zum Naturschutzgebiet „Heide und Moorwald am Filzteich“. Es geht weiter durch den Wald und wir erreichen die Bundesstraße 169, überqueren diese und laufen am Waldrand weiter. Linker Hand sehen wir einen großen

Standortübungsplatz Wolfgangmaßen

Offenlandkomplex, einen Teil des ehemaligen Standortübungsplatzes Schneeberg-Wolfgangmaßen, der seit einigen Jahren als Grünland extensiv landwirtschaftlich genutzt wird und auf dem sich mittlerweile eine sehr vielfältige Tier- und Pflanzenwelt entwickelt hat. An der nächsten Weggabelung machen wir einen kleinen Abstecher nach links in Richtung Filzbach, um einem ungewöhnlichen Baum einen Besuch abzustatten, einer Buche, die wir aber schon in einiger Entfernung vom Filzbach im freien Feld stehen sehen. Nachdem wir den kleinen Ausflug beendet haben, setzen wir unseren Weg am Waldrand fort, überqueren die Autostraße, links sehen wir den Steinbruch Süß liegen. Nach etwa 200 m überqueren wir das Goldbächel und halten uns an der Wegkreuzung unmittelbar dahinter links, gehen die sogenannte Bodenreform entlang, am Schwarzen Teich vorbei und kommen an den Neuen Leichenweg, der links in Richtung Zschorlau führt und wo wir nach knapp 300 m den Parkplatz am Skilift, den Ausgangspunkt für den Themenweg 4 „Am Steinberg bei Zschorlau. Von Wiesen, Weiden und dem lieben Vieh.“ finden, falls wir den Themenweg erwandern wollen. Unser Etappenziel liegt aber dann in der umgekehrten Richtung. Es geht weiter auf dem Neuen Leichenweg, erst durch die Feldflur, dann ein Stück durch den Wald, bis nach links der Hundshübler Steig nach Burkhardtsgrün abzweigt, das wir nach kurzer Zeit erreicht haben.

Beschreibung Rückweg

Wir gehen etwa 300 m das Dorf hinunter und halten uns dann rechts an den Weg in Richtung Sportplatz. Am Sportplatz gehen wir geradeaus in den Wald hinein. Nach etwa 300 m zweigt nach rechts der Weg ab, der uns zum Hundshübler Steig führt, dem wir nach links folgen, bis der Neue Zimmerleithenweg abzweigt. Er führt uns bis zur ehemaligen Panzerfahrstrecke, die wir überqueren. Diese Panzerfahrbahn war nach der Aufgabe der militärischen Nutzung ein äußerst wertvolles Gelände mit Brutvögeln wie Heidelerche, Feldschwirl und Flussregenpfeifer, die sich mittlerweile längst von dort verabschiedet haben, weil alles mehr und mehr zum Wald wird. Auch die vielen kleinen Tümpel, die durch die Bodenverdichtung entstanden waren, boten Amphibien, Insekten und anderen Tieren wertvolle Lebensräume und Nahrungsplätze. An der jetzt folgenden Wegkreuzung halten wir uns links an die Kunststraße, die uns durch den Wald bis an die Bundesstraße 169 führt. Diese überqueren wir und nehmen den Weg, der geradeaus in den Wald führt. Nach etwa 700 m biegen wir auf den Schwalbener Flügel rechts ab. Nach weiteren 500 m gehen wir nach links weiter. Wir befinden uns jetzt schon geraume Zeit auf dem ehemaligen Schießplatz Am Schwalbener Flügel des einstigen Standortübungsplatzes Schneeberg-Wolfgangmaßen. Nach einiger Zeit sehen wir rechts den hinteren Teil des Filzteichs schimmern, der Teil des Naturschutzgebietes „Heide und Moorwald am Filzteich“ ist.

Besonderheiten

Buche am Filzbach

Buche am Filzbach

Wir haben sie mangels besserer Ideen „Buche am Filzbach“ getauft, obwohl sie doch ein ganzes Stück vom Bach entfernt steht, hätten sie aber ebenso gut die „Schöne Unbekannte“ oder die „Unbekannte Schöne“ nennen können, denn unbekannt ist der Baum sogar im doppelten Sinn: Man weiß nichts über ihn und fast keiner weiß, wo er steht. Und schön ist er allemal, sogar besonders schön. Man sieht dieser vielleicht hundertjährigen Buche an diesem abgelegenen Plätzchen mitten im ehemaligen Armeegebiet Schneeberg-Wolfgangmaßen mit ihrem ausladenden, ebenmäßigen und symmetrischen Wuchs sofort an, dass sie nie von anderen Bäumen bedrängt wurde und immer frei und ungestört dem Licht zustreben durfte. Trotzdem musste sie vor einigen Jahren Federn lassen. Einer der gewaltigen unteren Äste wurde ihr förmlich aus dem Leib gerissen. Viel von ihrer Schönheit hat sie zwar nicht eingebüßt, aber die Symmetrie ist etwas dahin. Hoffentlich hat sie sich nicht schwerer verletzt und kann sich kurieren. Eigenartig geht es manchmal zu, denn den gewaltigen Sturm Kyrill vorher, den bisher letzten schweren Sturm im Januar 2007, der eine breite Schneise in den nahen Fichtenforst schlug, genau in ihre Richtung, überstand sie schadlos. Die Fichten fielen wie die Streichhölzer, die Buche verlor kein Ästchen. Das ließ vermuten, dass sie gesund und stark ist, ein Baum in der Blüte seines Lebens. Aber ganz so scheint es doch nicht zu sein.

Ehemaliger Schießplatz Am Schwalbener Flügel

Standortübungsplatz Am Schwalbener Flügel

Der ehemalige Schießplatz ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie sich der Wald in relativ kurzer Zeit ein Territorium zurückerobert, wenn dort nichts mehr passiert. Ein Vorgang, zu dem die Meinungen auseinander gehen und gegen den in manchen Fällen auch nichts einzuwenden ist. Im vorliegenden Fall allerdings schon, denn durch die ehemalige militärische Nutzung der Flächen hatte sich ein äußerst seltenes, für unsere Region fast einmaliges Offenlandmosaik aus trockenen (Zwergstraucheiden, Trockenrasen, offene Sandstellen) und feuchten Bereichen (Gräben, Tümpel, Feuchtwiesen) herausgebildet, das Tiere und Pflanzen für sich entdeckten, die im ansonsten intensiv bewirtschafteten Offenland kaum eine Chance mehr hatten und haben. Zum Beispiel seltene Vogelarten wie Heidelerche, Feldschwirl, Wiesenpieper und Braunkehlchen.
Mit der Aufgabe der militärischen Nutzung verbuschte die Fläche dann sukzessive, anfangs vergleichsweise zögerlich, dann immer schneller. Heute kann - von kleinflächigen Ausnahmen einmal abgesehen – von Offenland nicht mehr die Rede sein. Viele der ehemals vorkommenden Arten sind wieder verschwunden. Es müssen möglichst schnell Pflegekonzepte entwickelt und umgesetzt werden, die den Anforderungen von Natura 2000 zum Erhalt der geschützten Lebensräume – beispielsweise den Zwergstrauchheiden – gerecht werden und den extrem gefährdeten Offenlandarten wieder einen Lebensraum bieten. Dadurch, dass die Fläche in das Eigentum der Bundesstiftung Umwelt (DBU) übergegangen ist, sind die Aussichten dafür gar nicht schlecht. Manchmal geschehen noch Wunder.

Filzteich

Der Filzteich ist ein uralter Stausee, einer der ältesten in Sachsen. Schon 1585 begann man, den Filzbach anzustauen, um mit seiner Wasserkraft bergbauliche Anlagen betreiben zu können. Dies hatte sein Gutes, aber auch seine Schattenseiten. 1783 brach der Damm und der Filzbach mutierte vom fröhlich dahinplätschernden Bächlein zum wütenden Strom, was 18 Zschorlauer Bürgern das Leben kostete. Auch 2002 leistete der Filzbach einen maßgeblichen Beitrag dazu, dass Teile von Zschorlau in den Fluten versanken. Zum Glück blieb es bei Sachschäden.
Der vordere Teil des Filzteichs stellt heute ein beliebtes Badegewässer dar. Der hintere Teil aber hat sich zu einem ausgesprochen wertvollen Refugium für Pflanzen und Tiere entwickelt, die sich dem Element Wasser verschrieben haben. Er und sein Umfeld stehen nicht ohne Grund als Naturschutzgebiet unter Schutz. Allerdings geht es auf Grund dieser Zweigeteiltheit nicht immer ohne Konflikte ab und das Gewässer war deshalb in letzter Zeit des Öfteren in den Schlagzeilen.

Filzteich