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Natur(a)-Erlebnisweg Westerzgebirge

Abschnitt 4: Von Burkhardtsgrün nach Stützengrün

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Natur(a)-Erlebnisweg Westerzgebirge
Abschnitt 4: Von Burkhardtsgrün nach Stützengrün

Wanderroute (ca. 11 km, ca. 3 Stunden):
Burkhardtsgrün – Neidhardtsthal – Staumauer Talsperre Eibenstock – Hundshübel – Hundshübel Aussichtspunkt Viechzig – Unterstützengrün – Stützengrün Stollmühle

Naturbesonderheiten (Auswahl):
FFH-Gebiet „Bergwiesen um Schönheide und Stützengrün“
Felsbildungen zwischen Hundshübel und Weißbachtal
Eißmannbuche bei Lichtenau
Flächennaturdenkmal „Lippoldwiese“ bei Lichtenau

Themenwege:
Themenweg 5: „Bergwiesen bei Stützengrün. Von der Schönheit der Wiesen und der Heilkraft der Kräuter.“ (Startpunkt an der Stollmühle in Stützengrün)

Sehenswertes (Auswahl):
Talsperre Eibenstock
Nadlerhaus in Hundshübel
Aussicht von der Viechzig in Hundshübel

Einkehr/Übernachtung (Auswahl):
Gasthaus und Pension „Stollmühle“, Stützengrün (stollmuehle.de)
Berghotel Kuhberg, Stützengrün (berghotel-kuhberg.de)
Landhotel „Lichte Aue“, Stützengrün OT Lichtenau (lichte-aue.de)

Rückweg (ca. 12 km, ca. 3,5 Stunden):
Stützengrün Stollmühle – Vorbecken Weißbach – Tuldenberg – Waldhummel – Landhotel „Lichte Aue“ – Lochhäuser – Vorbecken Rohrbach – Mühlsäuresteig – Buchenstraße – Hundshübler Steig – Burkhardtsgrün

Karte Abschnitt 4

Wegbeschreibung

Wir gehen von der Herr-Berge aus etwa 300 m das Dorf hinunter und halten uns dann rechts an den Weg in Richtung Sportplatz. Am Sportplatz gehen wir geradeaus in den Wald hinein den Wirtsweg entlang, der uns direkt nach Neidhardtsthal führt. Nach Erreichen des Ortes stoßen wir auf den Fernwanderweg Eisenach-Budapest (EB, roter waagerechter Strich), dem wir nach links folgen und auf dem wir jetzt bis nach Stützengrün, dem Ziel unserer Wanderung, bleiben. Wir gehen das Dorf hinunter, überqueren die Fahrstraße und biegen nach etwa 200 m auf dem Fernwanderweg in den Wald ab. Wir erreichen bald das Gelände im Umfeld der Staumauer und haben

Talsperre Eibenstock

von verschiedenen Stellen aus einen schönen Blick auf die Talsperre Eibenstock. Der Fernwanderweg führt uns dann parallel zur Talsperre bis zum Vorbecken Rohrbach. Hier geht es nach links hinein in den sehenswerten Ort Hundshübel. Etwa 200 Meter nach der Kirche machen wir einen kleinen Abstecher zur Viechzig, einem Aussichtspunkt, der es in sich hat und vielleicht sogar als der attraktivste im gesamten Westerzgebirge bezeichnet werden kann. Dazu gehen wir links die gleichnamige Straße hinauf, kommen noch am Nadlerhaus vorbei, einem schmucken alten Erzgebirgshaus, ehe wir den Ortsrand mit seinem atemberaubenden Fernblick auf die Talsperre Eibenstock und das Auersberggebiet erreicht haben. Leider ist dieser Panoramablick in Gefahr, dazu mehr im nachfolgenden Exkurs. Auf den Fernwanderweg zurückgekehrt, setzen wir unsere Wanderung auf der Grundstraße fort, kommen am Waldrand an zwei Teichen vorbei. Dann geht es einige Zeit durch

Felsbildungen

den Wald, der hier mit sehr eindrucksvollen Felsbildungen aufzuwarten weiß. Wir gehen dann weiter um die Talsperre herum, erreichen das Vorbecken Weißbach und dann den Ortseingang von Stützengrün. Hier trennen wir uns vom Fernwanderweg, laufen entlang der Talstraße das Weißbachtal hinauf und haben auch bald das Ziel unserer Wanderung, die Stollmühle, erreicht. Hier beginnt auch Themenweg 5: „Bergwiesen bei Stützengrün. Von der Schönheit der Blumen und der Heilsamkeit der Kräuter.“

Beschreibung Rückweg

Unser Rückweg deckt sich anfangs etwa zwei Kilometer mit dem Hinweg, ehe wir kurz nach dem Vorbecken Weißbach den Tuldenbach überschreiten und dann am nächsten Abzweig links abbiegen. Dann geht es erst durch den Wald und dann durch die Feldflur, ehe wir an der Waldhummel die Bundesstraße 169 erreichen. Wir laufen dann nach deren Überquerung nach Lichtenau hinein und kommen an das Dorfzentrum mit der Gaststätte „Lichte Aue“, wo es geradeaus weiter die Waldstraße entlang geht. Bei den Lochhäusern, an der der Bergweg abzweigt, machen wir auf diesem einen Abstecher bis zur einen reichlich halben Kilometer entfernten Eißmannbuche, einem Solitärbaum mitten in der Feldflur, den wir uns nicht entgehen lassen können. Zurückgekehrt an den Abzweig Bergweg-Waldstraße geht es weiter auf der

Lippoldteich Lichtenau

Waldstraße. Wir wechseln dann auf die Teichstraße, gehen rechts am Lippoldteich vorbei und sehen linker Hand das Flächennaturdenkmal „Lippoldwiese“ liegen. Dieses sehr feuchte Gebiet ist der Quellbereich des Filzbachs, den wir ja schon auf dem vorigen Wegabschnitt am Filzteich und bei Zschorlau kennengelernt haben. Wir

Lichtenau

stoßen dann auf die Feldstraße, der wir folgen bis zum Vorbecken Rohrbach. An der Hauptstraße gehen wir nach links und folgen ein kleines Stück dem Fernwanderweg, gehen aber dann geradeaus weiter, überqueren die Autostraße und folgen dem Mühlsäuresteig bis zu einem Offenlandbereich, der früher zum ehemaligen Standortübungspatz Schneeberg-Wolfgangmaßen gehört hat. Hier gehen wir nach rechts weiter und stoßen dann auf die schnurgerade Buchenstraße, auf der wir uns links halten. Diese führt uns bis zum Hundshübler Steig, der uns dann direkt zum Ausgangspunkt unserer Wanderung führt.

Besonderheiten

Die Eißmannbuche bei Lichtenau

Eißmannbuche Lichtenau

Man findet es selten in unserer Region, dass ein Baum so gottverlassen in der Gegend steht wie die Eißmannbuche in Lichtenau. Im näheren Umfeld nur flache Felder, kein Baum, kein Strauch, kein Haus oder anderer Gegenstand, der sich nennenswert über den Boden erhebt. Schon von weitem prägt sie die Landschaft und man ahnt ihre stattliche Größe. So richtig ermessen kann man diese aber erst, wenn man unter ihr steht oder, noch besser: man sich unter ihr niedergelassen hat. Im Jahr 2007 durfte sie auf hundert Jahre Leben zurückblicken und ist damit wahrscheinlich die älteste „Lichtenauerin“, obwohl sie streng genommen auf Bärenwalder Flur wohnt. Das alles hat sie gewissermaßen ihrem Namensgeber Hermann Eißmann (1866-1947) zu verdanken, der sie aus Anlass der Geburt seines jüngsten Sohnes Walter im September 1907 an dieser Stelle der Erde übergab und damit ein außerordentlich glückliches Händchen hatte. Denn nur wenigen Gehölzen ist es bei uns vergönnt, mitten in der Feldflur über die Kindheit hinauszukommen, geschweige denn ein solches Alter zu erreichen.
Sie steht am Kirchsteig zwischen Lichtenau und Bärenwalde, fast auf der Höhe. Das war früher ein viel begangener Weg, denn Lichtenau hat weder Kirche noch Friedhof und alles, was mit Glauben und Tod in Zusammenhang stand, wurde in der Nachbargemeinde erledigt. Und da kam so einiges zusammen und für die Lichtenauer, die im unteren Ortsteil wohnten, war der Kirchsteig wie geschaffen dafür, auf dem schnellsten Wege in den Nachbarort zu kommen. Aber nicht nur die Lichtenauer nutzten diesen Weg, sondern auch die Hundshübler. Die hatten zwar eine Kirche, aber waren in Bärenwalde eingepfarrt. Nur alle drei Wochen fand der Gottesdienst im eigenen Ort statt. An den anderen Sonntagen machte man sich als treuer Christ auf die etwa vier Kilometer lange Strecke nach Bärenwalde. Langweilig dürfte es unserer Buche also nicht geworden sein, häufig zogen festlich gekleidete Kirchgänger an ihr vorbei und auch mancher Tote durfte von ihr Abschied nehmen, wenn er auf seiner letzten Reise das Heimatdorf für immer verließ.
Das ist heute anders. Auch das, was im Zusammenhang mit Glauben und Tod steht, erledigt man mit Hilfe eines fahrbaren Untersatzes, wie die anderen Angelegenheiten auch. Und so ist es einsam geworden um die Eißmannbuche. Ab und an lärmende Traktoren, die ihre Arbeit auf den umliegenden Feldern verrichten. Und selten ein verirrter Spaziergänger oder auch einmal zwei.
Für uns, die wir sie gezielt besuchen, ist das eher ein Vorteil. Lange, ja fast eine Ewigkeit können wir mit ihr verweilen und dann schenkt sie uns einige von den unzähligen Bildern, die sie in sich trägt. Beispielsweise das von ihrem „Ziehvater“ Hermann Eißmann, der sie immer wieder einmal besuchte und aufmerksam über ihr Befinden wachte. Auf seiner „letzten Reise“ hätte er sicher gern ein letztes Mal bei ihr vorbeigeschaut, aber die Zeiten ändern sich, man fuhr ihn auf einem besser ausgebauten Weg zur letzten Ruhestätte auf dem Bärenwalder Friedhof. Er musste seine Buche ohne Abschied und traurigen Herzens ihrem Schicksal überlassen. Aber das hat es bisher gut mit ihr gemeint, hoffen wir, dass das so bleibt. Dann können noch viele Generationen diesen einsamen, stolzen Baum bewundern und auch den Lichtenauer Bauern, auf den er zurückgeht. Die Steintafel, die am Fuße der Buche lehnt, stammt übrigens von seinem Sohn Walter (1907-1997), zum Gedenken an seinen Vater.
Schön wäre es, wenn sich Bauern von heute an Hermann Eißmann ein Beispiel nehmen würden. Am Platz dazu dürfte es nicht mangeln und es gibt keine schönere Art, sich ein lebendes Denkmal zu setzen.