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Natur(a)-Erlebnisweg Westerzgebirge

Abschnitt 8: Von Sosa nach Wildenthal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Natur(a)-Erlebnisweg Westerzgebirge
Abschnitt 8: Von Sosa nach Wildenthal

Wanderroute (ca. 10 km, ca. 3 Stunden):
Sosa Zentrum – Sosa Oberdorf – Riesenberger Häuser – Auersberg – Schlangenweg – Wildenthal

Naturbesonderheiten (Auswahl):
FFH-Gebiet „Bergwiesen um Sosa“
FFH-Gebiet „Tal der Großen Bockau“
Vogelschutzgebiet „Westerzgebirge“
Naturschutzgebiet „Friedrichsheider Hochmoor“
Naturschutzgebiet „Bockautal“
Flächennaturdenkmal „Wiese Riesenberger Häuser“
Auersberg
Naturdenkmal „Auersbergbuche“

Themenwege:
Themenweg 7: „Der Bergflecken Sosa. Auf dem Köhlerweg rund um Sosa.“ (Startpunkt am Parkplatz an der Talsperre Sosa)
Themenweg 8: „Rund um Wildenthal. Ein Dorf am Fuße des Auersberges.“ (Startpunkt am Parkplatz am Ortsende von Wildenthal)

Sehenswertes (Auswahl):
Wildenthal
Talsperre Sosa

Einkehr/Übernachtung (Auswahl):
Berggasthof Auersberg, Eibenstock (hotel-berggasthof-auersberg.de)
Gaststätte und Pension „Hammerschänke“, Eibenstock OT Wildenthal (hammerschaenke.de)

Rückweg (ca. 11 km, ca. 3 Stunden):
Wildenthal – Tal der Großen Bockau – Rektorbrücke – Bärenweg – Sosa Talsperre – Sosa Zentrum

Karte Abschnitt 8

Wegbeschreibung

Unsere Wanderung beginnt im Zentrum von Sosa. Wir laufen das Dorf hinauf, zuerst auf der Hauptstraße und dann auf der Riesenberger Straße durch das Oberdorf. Wir halten uns immer an die Riesenberger Straße und erreichen dann den Wald. Nach etwa 2 Kilometern Waldwanderung liegt linker Hand das Naturschutzgebiet „Friedrichsheider Hochmoor“ (siehe Themenweg 11), nach einem weiteren Kilometer

Riesenberger Häuser

die Häusergruppe Riesenberger Häuser mit dem gleichnamigen Gasthaus und dem dahinter liegenden Flächennaturdenkmal „Wiese Riesenberger Häuser“. Hier stoßen wir auf den mit dem roten waagerechten Strich markierten Wanderweg, dem wir bis zum Auersberg folgen, dem mit 1018 m höchsten Berg in der Region. Zum Abstieg nach

Auersberg

Wildenthal hinab nehmen wir den sogenannten Schlangenweg (blauer waagerechter Strich). Warum er diesen Namen trägt, das bekommen wir bald mit, jedenfalls brauchen Sie wenig Angst zu haben, von einer Kobra gebissen zu werden. Er führt uns eher weniger als mehr direkt nach Wildenthal, dem Ziel unserer Wanderung, einem der am schönsten gelegenen Orte des Westerzgebirges.

Beschreibung Rückweg

Wir laufen von Wildenthal aus das Tal der Großen Bockau hinunter, an dem uns neben dem wilden Gebirgsbach die eindrucksvollen Buchenmischwälder besonders

Bockautal

faszinieren. Linker Hand liegt dann bald das Naturschutzgebiet „Bockautal“. Ein Stück unterhalb erreichen wir eine Waldwiese und die Rektorbrücke, die wir überqueren und dem Bärenweg (blauer waagerechter Strich) folgen. Wir stoßen dann auf den Mittelflügel und halten uns rechts, bis wir nach etwa einem Kilometer den Drei-Talsperren Wanderweg (roter waagerechter Strich) erreicht haben, dem wir nach links folgen und der uns an der Talsperre Sosa vorbei direkt nach Sosa führt.

Besonderheiten

Auersberg

„Von Johanngeorgenstadt nach Abend hin, ungefähr zwei Stunden weit, erhebt sich der Auersberg, welcher von dem sonst häufig auf ihm sich aufhaltenden Auerwildbret diesen Namen erhielt... Man merkt, wenn man von Johanngeorgenstadt ausgeht, nicht seine Höhe so auffallend, denn von diesem Gebirge steigt er immer allmählich empor. Als Fremder findet man allein den Weg nicht, man muß einen Führer nehmen und um 1 Uhr früh, versehen mit geistigem Getränke und einem tüchtigen Frühstück (denn auf hohen Bergen wird man bald und oft hungrig), sich aufmachen, daß man vor Sonnenaufgang oben ist; denn das ist der herrlichste, erhabenste Genuß, hier den Fürsten des Tages aus seinem Rosenbette steigen zu sehen.
Angenehm ist von Steinbach aus der Weg freilich nicht, denn bisweilen ist es sumpfig, und Frauenzimmer mögen sich mit Stiefeln verwahren; dann geht man auf lauter quer gelegten Stangen den größten Teil des Weges hinan, immer von hohem, dunklen Wald umgeben. Es wird der Auersberg häufig von Fremden und Einheimischen besucht, und die letzten wallfahren in ganzen Gesellschaften dahin. Von Eibenstock aus ist der Weg besser, aber man muß viel steigen, denn von Wildenthal aus hebt sich der Berg steil empor. Der angenehmste Weg ist von Sosa aus...
O! welche unnennbare Gefühle zittern hier in der Brust des gefühlvollen Menschen, wenn er sich dem Himmel so nahe und die Erde so tief und klein unter sich sieht! Wie eitel, wie lächerlich erscheint ihm hier alles Treiben und Streben der Menschen nach armseligen Gütern, wie klein erscheinen ihm dann die angstvollen Wünsche, die sie nur für die Erde hegen! Mitleidig blickt er auf ihre Fehden und Kriege hinab, mitleidig auf die Götter der Erde, die sich da unten so groß dünken. – So ging einst auch Jesus auf hohe Berge, denn hier fühlte er die selige Nähe seines himmlischen Vaters, hier sprach er mit ihm und überdachte den heiligen Plan zur Rettung der Menschheit!“
Christian Gottlob Wild (1785-1839)

Christian Gottlob Wild, 1785 in Johanngeorgenstadt geboren, war der Sohn eines Lehrers und gilt als der eigentliche Begründer der erzgebirgischen Mundartdichtung. Er war Pfarrer in Carlsfeld und Breitenbrunn, wo er 1839 auch starb. Sein Hauptwerk „Interessante Wanderungen durch das sächsische Obererzgebirge“, aus dem wir gerade zitiert haben, erschien 1809. Er beschreibt uns einen anderen Weg auf den Berg, nicht den von Sosa aus, den angenehmsten, den wir uns zum Aufstieg ausgesucht haben. Nicht nur nach Rom führen viele Wege, sondern auch auf den Hausberg des Westerzgebirges.
Die Beschreibung von Wild ist hoch interessant, denn sie zeigt uns, wie sehr sich die Zeiten geändert haben. Einen Führer braucht man nicht mehr, wenn man den Auersberg erwandern will, an jedem zweiten Baum findet sich ein Zeichen, das die Richtung anzeigt. Auch das Waten durch Sümpfe ist nicht mehr üblich, der Berg ist gut erschlossen, man „bezwingt“ ihn bequem. Um 1 Uhr nachts loszustapfen ist auch nicht mehr üblich und dem namengebenden Auerwild begegnet man erst recht nicht mehr, auch wenn man noch so viel geistige Getränke zu sich genommen hat.
Pfarrer Christian Gottlob Wild hat diesen Berg in Worten beschrieben und gepriesen, die ein wenig an eine Predigt erinnern. Aber auch viele andere haben sich auf die Socken gemacht, um ihn zu erwandern und haben ausschließlich lobende Worte gefunden für diesen eindrucksvollen „Gesellen“, der einer ganzen Region ihren Namen gibt und das zurecht. Und auch wir können uns schwerlich seinen Reizen entziehen und stimmen vorbehaltlos in die Lobgesänge ein. Er ist schon ein schöner Berg, egal wie und wo man ihm begegnet, ob man ihn aus der Ferne oder aus der Nähe betrachtet, ob man ihn von Sosa oder Wildenthal oder Johanngeorgenstadt aus erwandert oder ob man von seinem Gipfel hinabblickt auf die Weiten des westlichen Erzgebirges. Und so lassen wir noch einmal Otto Findeisen zu Wort kommen, der den Blick von dort oben so wunderbar beschrieben hat:
„Du stehst und staunst! Da zieht die Andacht wie ein Hauch durch deine Seele leise. Ein unermessliches Meer, gewaltige Wellen ziehen hinaus ins Weite. Ringsum Wald,

Blick vom Auersberg

dazwischen grüne Matten, prächtige Täler und tiefe Gründe, malerisch gelegene Ortschaften. Ach, ein unbeschreibliches Bild! Die wichtigsten Punkte nennt die Messingplatte auf des Turmes Rand. Das Häusergewirr mit den beiden Türmen dort ist Eibenstock, zur Linken ruht der Kuhberg, zur Rechten der Gleesberg mit dem Köhlerturm, davor der Steinberg mit Burkhardtsgrün, hier ganz nahe Sosa, dahinten Lößnitz und ganz draußen am Horizonte der Rochlitzer Berg, da erscheint die Morgenleithe und deren Hintermann, der Schellenberg mit der Augustusburg; Frauenstein ist heute auch sichtbar. Die Berge seitwärts verraten sich durch ihre bekannte Gestalt: der Pöhlberg, Scheibenberg und Bärenstein und endlich die Herren des Gebirges: der Fichtel- und Keilberg. Allerliebst präsentiert sich das lang gestreckte Breitenbrunn. Nach Süden zu zeigen sich böhmische und anschließend bayerische und das Fichtelgebirge; nach Westen ist der Blick verschleiert, da liegt das Vogtland mit seinen sanfteren Höhen.“
Aber nicht nur die herrliche Aussicht ist erwähnenswert, man kann auf dem Gipfel noch mehr entdecken. Beispielsweise den vor einiger Zeit angelegten Bergwaldgarten, in dem man vieles über die erzgebirgischen Wälder lernen kann, einen Berggarten und einige Altbuchen, die hier oben ihr Leben unter unwirtlichsten Bedingungen fristen müssen; darunter die über 150 Jahre alte „Auersberg-Buche“, die seit 1996 als Naturdenkmal unter Schutz steht.