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Themenwege

Rund um Lindenau
Ein Dorf und seine Gewässer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rund um Lindenau
Ein Dorf und seine Gewässer

Roßnerteich Lindenau

„Die Weisen erfreuen sich am Wasser.“
Konfuzius (551-479 v. Chr.)

Wenn man Natur und Landschaft von Lindenau kurz charakterisieren sollte, so sind es wohl vor allem die Gewässer, die man nennen müsste, die das Dorf  maßgeblich prägen. Eine Vielzahl von naturnahen Teichen - verbunden durch den Lindenauer Dorfbach - fallen einem auf, wenn man auf die Landkarte blickt oder die Gegend durchstreift.

Dorfbach Lindenau

Nur in ganz wenigen Orten in der Region, beispielsweise im Nachbarort Griesbach, sind so viele der historischen Teiche erhalten geblieben wie hier. Erst im Erzgebirgsvorland und in Richtung Vogtland findet man ähnliche Gegebenheiten häufiger. Folgerichtig sollen sie auch im Mittelpunkt unserer Wanderung stehen und wir wollen uns, ganz im Sinne von Konfuzius, erfreuen an diesen Oasen in der Landschaft, in denen das Wasser den Ton angibt.

Karte Lindenau

Wanderrouten

Variante 1:      Rundweg um Lindenau (rot gekennzeichnet), ca. 8 km, etwa 2 Stunden, besonders für Familien mit Kindern
Variante 2:      Rundweg um Lindenau + Rundweg zur Faulen Pfütze (gelb gekennzeichnet), ca. 12 km, etwa 3,5 Stunden, für den Gelegenheitswanderer

Beschreibung der Wanderung

Unsere Wanderung beginnt am Parkplatz am Stockteich, direkt am Ortseingang von Lindenau aus Schneeberg kommend. Dort befinden wir uns auch gleich im FFH-Gebiet „Moorgebiet am Filzteich und Stockteich“ »  und können zur Einstimmung vom Damm aus einen Blick auf den Stockteich werfen, den ältesten Lindenauer Teich, dessen Wasser früher die Stockmühle antrieb, die die Lindenauer und die Griesbacher mit Mehl versorgte, eines der vielen Stillgewässer », die an unserem Weg liegen.
Der Stockteich gibt sein Wasser an den Lindenauer Dorfbach » weiter und diesem hübschen Fließgewässer folgen wir jetzt ein ganzes Stück auf seinem Weg. Dazu überqueren wir die Straße und folgen dem Waldweg links vom Bach. Wir sollten uns möglichst nahe am Bach halten, wenn wir den sehenswerten Auwald genießen wollen. Wir kommen am Meier-Teich vorbei, bevor wir einige Zeit später den Wald verlassen und durch einen botanisch wertvollen Trockenhang kommen, der vom Landschaftspflegeverband Westerzgebirge gepflegt wird. Wer Lust hat, kann sich auf den Informationstafeln über die Bedeutung von Streuobstwiesen informieren.

Neuer Teich Lindenau

Dann kommen wir zum Neuen Teich und zum Siebenschlehner Pochwerk. Hier treffen wir auf den Bergbaulehrpfad Schneeberg-Neustädtel (grüner Schrägstrich), der uns nun eine ganze Weile durch die Neustädtler Haldenlandschaft » mit ihren einmaligen Zeugnissen des historischen Bergbaus führt. Erst nach der Fundgrube Daniel gehen wir wieder getrennte Wege. Wir gehen nicht geradeaus, sondern nach rechts an der sehr artenreichen Halde Daniel entlang. Am Ende der Halde sollten wir es keinesfalls versäumen, einen kleinen Abstecher auf deren Plateau zu machen, denn dort erwartet uns ein phantastischer Ausblick auf die umliegenden Orte. Wir gehen geradeaus weiter. An der nächsten Wegkreuzung biegen wir rechts ab und folgen eine ganze Weile dem Wanderweg nach Lindenau (blauer waagerechter Strich), auf dem wir auch die schöne Aussicht auf den Ort genießen können. In Lindenau an der Schulstraße trennen wir uns vom Wanderweg und gehen diese nach rechts entlang bis zur Alten Schule, links die Steintreppen hinunter, überqueren den Bach, gehen nach rechts eine paar Meter auf der Hauptstraße entlang und biegen beim Landwirtschaftsbetrieb Martin links ab. An der nächsten Wegkreuzung gehen wir nach rechts in Richtung Forstteich. Rechter Hand sehen wir die beiden Biotopteiche » liegen, bevor wir dann den Forstteich erreichen, an dem wir entlang laufen. An der nächsten Wegkreuzung müssen wir uns entscheiden, ob wir zu unserem Ausgangspunkt, dem Stockteich zurückkehren, oder ob wir noch den sehr interessanten ehemaligen Schießplatz An der faulen Pfütze » besuchen wollen.
Wenn wir genug vom Wandern haben, gehen wir nach rechts, am Eingang zum Forstteich nach links, überqueren den Damm vom Stockteich und sind am Ende unserer Wanderung.
Ansonsten gehen wir nach links in Richtung Hirschenstein, an der Kleingartenanlage entlang in den Wald (linke Schranke) und gehen immer geradeaus weiter in Richtung Hirschenstein. Wir kommen an die Salzstraße und gehen auch auf dieser Richtung Hirschenstein. An der übernächsten Wegkreuzung gehen wir nach rechts in Richtung Forstteich. Nach etwa 100 Metern biegen wir links ab. Wir durchqueren jetzt den ehemaligen Schießplatz An der faulen Pfütze », der eine spannende Entwicklung hinter sich und hoffentlich auch noch vor sich hat. Nach dessen Durchquerung kommen wir an die Saupersdorfer Straße, gehen nach rechts bis zur nächsten Wegkreuzung, hier wieder rechts in Richtung Forstteich. Ab jetzt geht es immer geradeaus, zuerst durch die Feldflur mit schönen Feldgehölzen, dann durch den Wald, vorbei an den Roßner-Teichen, an denen wir unbedingt noch eine kleine Verschnaufpause einschieben, etwas umschauen und die Schönheit solcher Stillgewässer genießen sollten. Hinter den Teichen liegt auch die botanisch sehr wertvolle Göckeritzwiese. Wir raffen uns dann wieder auf und haben bald unseren Ausgangspunkt erreicht.

Besonderheiten

FFH-Gebiet „Moorgebiet am Filzteich und Stockteich“

Stockteich Lindenau

Das FFH-Gebiet besteht aus zwei getrennten Teilen: Dem relativ kleinen Bereich um den Stockteich und die Roßner-Teiche nördlich von Lindenau und den weit größeren Komplex zwischen Filzteich und Lichtenau, der sich weitgehend mit dem 2010 ausgewiesenen Naturschutzgebiet „Heide und Moorwald am Filzteich“ deckt. Das Element Wasser spielt im gesamten Gebiet eine zentrale Rolle. Wir finden unterschiedliche Moorgesellschaften wie regenerierbare Hochmoore, Übergangs- und Schwingrasenmoore, aber auch Birken- und Fichtenmoorwälder und einige sehr wertvolle dystrophe Stillgewässer.
Umso überraschter ist man, dass sich auch trockene Heidebestände finden, die allerdings ihre Ursache in der ehemaligen militärischen Nutzung haben.
Diese Vielfalt an Lebensräumen macht das Gebiet natürlich auch zum Lebensraum zahlreicher Arten mit unterschiedlichen Ansprüchen, die aufgrund ihrer Gefährdung unseres besonderen Schutzes bedürfen. Erwähnenswert aus dieser vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt sind u.a. Moor-Kiefer, Scheidiges und Schmalblättriges Wollgras, Rundblättriger Sonnentau, Rauschbeere, Moosbeere, verschiedene Torfmoose, Nordfledermaus, Fransenfledermaus, Raufußkauz, Sperlingskauz, Schwarzstorch, Raubwürger, Braunkehlchen, Zwergtaucher, Moorfrosch, Kreuzotter und eine Vielzahl von Libellen- und Schmetterlingsarten. Zurück »

Lindenauer Dorfbach

Dorfbach Lindenau

Der Lindenauer Dorfbach hat seinen naturnahen Charakter weitgehend behalten dürfen und gehört mit seinem Auwald, der vorwiegend aus Weiden, Erlen und Eschen besteht, zu den wertvollsten Fließgewässern in der Gegend. Vor allem die alten Weiden verleihen diesem Wald einen geheimnisvollen, urigen Charakter. Man kann sich gut vorstellen, dass es so ähnlich auch ganz früher aussah, als die Menschen den Weg bis hierher noch nicht gefunden hatten. Und wenn man bei Nebel durch diese Landschaft geht, dann wird einem vielleicht sogar etwas unheimlich zumute und man hält es durchaus für möglich, dass plötzlich Erlkönig hinter einer der Erlen hervortritt und einem seltsame Dinge verspricht. Zurück »

Stillgewässer

Roßner-Teich Lindenau

Eine Vielzahl von Stillgewässern säumt unseren Weg. Interessant ist, dass sie alle keinen natürlichen Ursprung haben. Das Erzgebirge hätte von Natur aus nämlich kaum stehende Gewässer aufzuweisen, nur einige Moorseen und kleinere Tümpel würden sich finden, gäbe es uns Menschen nicht.
Schon sehr frühzeitig wurde das Wasser der Bäche und Flüsse angestaut, für den Betrieb von Mühlen, Poch- und Hammerwerken usw. Auch zur Fischzucht wurden viele Teiche genutzt. Karpfen, Hechte, Schleien, Brachsen waren sehr begehrt. Bis in das 18. Jahrhundert hinein galt Fisch als Luxusgut und hatte einen erheblich höheren Marktwert als Fleisch. Mit der einsetzenden Ertragssteigerung in der Landwirtschaft begann der allmähliche Rückgang der Teichwirtschaft, der fast parallel lief mit dem Rückgang der Stauteiche zur Nutzung der Wasserkraft. Nur ein Bruchteil ist bis heute erhalten geblieben. Allerdings gibt es dabei erhebliche örtliche Unterschiede. So sind beispielsweise die vielen Mühlteiche in Zschorlau komplett verschwunden, viele der Lindenauer Teiche aber noch vorhanden. Zurück »

Neustädtler Haldenlandschaft

Die Neustädtler Haldenlandschaft stellt sicher ein einmaliges und viel besuchtes Zeugnis der Bergbaugeschichte des Erzgebirges dar. Aber nicht nur die Freunde des Bergbaus kommen auf ihre Kosten.

Halde DanielNeustädtel

Die vielen kleinen Bergbauhalden sind auch für Naturfreunde durchaus interessant. In solchen mageren Lebensräumen, die in vielen Regionen Europas sehr selten geworden sind, finden einige gefährdete „Hungerkünstler“ wie Golddistel, Thymian, Kleiner Klappertopf und Hain-Augentrost ihre letzten Rückzugsgebiete. Farbenfroh und schütter bewachsen stellen diese Halden heutzutage ein völlig ungewohntes Vegetationsbild dar, in einer Landschaft, die in weiten Teilen von durch starke Düngung verursachten Bildern des üppigen, monotonen Wachstums geprägt wird. Zurück »

Biotopteiche

Biotopteich Lindenau

Die sogenannten Biotopteiche haben im Gegensatz zu den anderen Teichen, auf die wir bei unserer Wanderung stoßen, noch keine lange Geschichte. Schon der etwas ungewöhnliche, unpersönliche Name deutet darauf hin. Sie sind im Rahmen des ersten Flurneuordnungsverfahrens in Sachsen im Jahr 1997 vom Landschaftspflegeverband Westerzgebirge angelegt worden. Erfreut stellt man fest, dass sich in diesen wenigen Jahren schon eine reichhaltige Pflanzen– und Tierwelt eingestellt hat. An derartigen Orten wird sehr deutlich, welche Bereicherung solche Kleinbiotope in den weitgehend ausgeräumten Feldfluren von heute sind. Viel, viel mehr solcher Oasen und Rückzugsgebiete für die Tier- und Pflanzenwelt müsste es geben. Zurück »

Ehemaliger Schießplatz An der  faulen Pfütze

Schießplatz Weißbach

Der ehemalige Schießplatz An der  faulen Pfütze ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie der Wald sich in relativ kurzer Zeit ein Territorium zurückerobert, wenn dort nichts mehr passiert. Ein Vorgang, zu dem die Meinungen auseinander gehen  und gegen den in manchen Fällen auch nichts einzuwenden ist. Im vorliegenden Fall allerdings schon, denn durch die ehemalige militärische Nutzung der Flächen hatte sich ein äußerst seltenes, für unsere Region fast einmaliges Offenlandmosaik aus trockenen Bereichen verschiedener Art (Zwergstrauchheiden, Trockenrasen, offene Sandstellen) herausgebildet, das Tiere und Pflanzen für sich entdeckten, die im ansonsten intensiv bewirtschafteten Offenland kaum eine Chance mehr hatten und haben. Zum Beispiel seltene Vogelarten wie Heidelerche, Feldschwirl, Wiesenpieper und Braunkehlchen.
Seit der Aufgabe der militärischen Nutzung verbuscht die Fläche sukzessive. Viele der ehemals vorkommenden Arten sind schon wieder verschwunden. Trotzdem ist im Kernbereich bis heute ein erstaunlich wertvoller offener Bereich erhalten geblieben, bei dem einem das Herz aufgeht, wenn man ihn durchwandert. Lebendigkeit, Buntheit und Vielfalt springen einem förmlich entgegen, wenn man im Frühling oder Frühsommer unterwegs ist. Eine lichte Insel und willkommene Abwechslung im tiefen, dunklen Wald sozusagen. Allerdings könnte die fortschreitende Sukzession diesem Bild ein baldiges Ende bereiten.
Erfreulicherweise ist der gesamte ehemalige Standortübungsplatz Wolfgangmassen in das Eigentum der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) übergegangen. In Zukunft wird also der Naturschutz dort die erste Geige spielen. Das lässt hoffen, dass für den ehemaligen Schießplatz bei Weißbach möglichst schnell Pflegekonzepte entwickelt und umgesetzt werden, die dem Erhalt der bei uns äußerst seltenen trockenen Lebensräumen – beispielsweise den Zwergstrauchheiden – gerecht werden und den auf die dort herrschenden Bedingungen angewiesenen extrem gefährdeten Arten wieder mehr Raum bieten. Zurück »

Stillgewässer

Stockenten

Stillgewässer sind ein wichtiger Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000, denn naturnahe Stillgewässer sind zu Raritäten geworden und bedürfen unserer Fürsorge. Deshalb gehören sie in Deutschland auch zu den geschützten Biotopen. Sie sind nicht nur unersetzliche Lebens-, Rückzugs- und Nahrungsräume für Feuchte liebende Tiere und Pflanzen, sondern auch „Trittsteine“ im Biotopverbund, Wasser- und Stoffspeicher usw. Sie reagieren aber auch sehr empfindlich auf Belastungen und sind deshalb wichtige Indikatoren für den Zustand einer Landschaft. Nicht zuletzt sind sie immer wieder gern aufgesuchte Orte für Naturfreunde und ein ausgezeichneter Spiel- und Erlebnisplatz für Kinder.
Wir können also mit Fug und Recht sagen: Auch wenn Stillgewässer von Natur aus nicht oder kaum in unsere Region gehören, dürfen wir uns glücklich schätzen, dass einige der vielen historischen Teiche erhalten geblieben sind und sich zu sehr naturnahen Gewässern mit einer reichhaltigen Pflanzen- und Tierwelt entwickelt haben, deren „menschlichen Ursprung“ man ihnen nicht anmerkt. Davon können wir uns bei unserer Wanderung durch Lindenau ein gutes Bild machen.

Hinterer Roßnerteich Lindenau