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Themenwege

Bergwiesen bei Stützengrün
Von der Schönheit der Blumen und der Heilsamkeit der Kräuter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bergwiesen bei Stützengrün
Von der Schönheit der Blumen und der Heilsamkeit der Kräuter

Bergwiesen Stützengrün

„Geschwisterliebe ist's vielmehr,
die ich zu all den Pflanzen fühle.

Kalidasa (um 400)

Stützengrün gehört wohl zu den schönsten Orten des Erzgebirges, wenn man einmal davon absieht, dass das Ortszentrum am Kreuzungspunkt vieler Straßen liegt und deshalb nie so recht zur Ruhe kommt. Umso wohnlicher ist es dann an vielen anderen Stellen, denn der Ort zieht sich entlang eines fast ellipsenförmigen Tales mit sehr vielen naturnahen Bereichen von Unterstützengrün bis Neulehn und manche Flächen sind so wertvoll, dass sie in das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 aufgenommen worden sind. Ein solches Schutzgebiet mitten im Ort, das ist schon keine Alltäglichkeit und wir werden auf unserer Wanderung des Öfteren feststellen, dass Vielfalt der Natur und Schönheit der Landschaft zwei Zwillingsschwestern sind.

Bergwiesenerlebnispfad Stützengrün

Durch einen Teil des Tales führt auch unser Themenweg, auf dem wir Sie entlang des Bergwiesenerlebnispfades führen. Bergwiesen, Weiden mit Schottischen Hochlandrindern, Teiche, Bäche, Quellen, Wälder und vieles mehr sorgen für Abwechslung und Naturgenuss, schöne Ausblicke machen die Tour noch attraktiver. Mittels Informationstafeln und verschiedenen Erlebniselementen bringen wir Ihnen die mannigfaltige Welt der Wiesen, Weiden und ihrer Bewohner näher und zeigen, dass es natürliche Apotheken für Mensch und Tier sind, essbare und heilsame Landschaften sozusagen.
Wer gut zu Fuß ist und noch mehr wissen möchte zum Thema Kräuter, kann noch zusätzlich den Rundweg am Kuhberg mit dem Kräuterlehrpfad „Rund um den Kuhberg“ erwandern.

Karte Themenweg Stützengrün

Wanderrouten

Variante 1:
Bergwiesenerlebnispfad Stützengrün (rot gekennzeichnet), ca. 3,5 km, etwa 1,5 Stunden, besonders für Familien mit Kindern
und/oder
Variante 2:
Rundweg am Kuhberg mit Kräuterlehrpfad „Rund um den Kuhberg“ (gelb gekennzeichnet), ca. 14 km, etwa 4 Stunden, für den Gelegenheitswanderer
Verbindungsweg (blau gekennzeichnet), ca. 0,5 km
Damit ist der Gesamtweg knapp 20 km lang, man sollte also einigermaßen gut zu Fuß sein.

Beschreibung der Wanderung

Variante 1:
Unsere Wanderung entlang des Bergwiesenerlebnispfades (grüner Schrägstrich) beginnt an der Gaststätte Stollmühle in Unterstützengrün. Wir befinden uns im Grund » und zugleich im FFH-Gebiet „Bergwiesen um Schönheide und Stützengrün“ ». Neben uns haben wir den Weißbach und wir gehen bachaufwärts die Talstraße entlang, bis wir an einen Parkplatz kommen. Dort steigen wir links die Treppen hoch und erreichen nach etwa 100 m den Wald. Nach weiteren 100  Metern biegen wir rechts ab und laufen das Tal hinab. Wir erreichen dann einen schmalen Pfad, der oberhalb der Weiden mit den Schottischen Hochlandrindern » entlang läuft, die im Tal in Form von Mutterkuhherden » oder auch in Gruppen von Jungrindern grasen. Der obere Teil dieser Weiden war schon stark verbuscht und ist durch die Rinder wieder freigestellt worden. Nur die stärkeren Bäume blieben erhalten und so

Bergwiesen Stützengrün

bietet sich uns im Randbereich ein Bild, wie es vielleicht früher häufiger war, als Wald- und Triftweite noch weit verbreitet waren. Wir erreichen dann das ehemalige Bahnviadukt, an dem wir unsere Wanderung nach links fortsetzen. Etwa hier beginnt der Talabschnitt, der von den Einheimischen die Reith » genannt wird. Wir sehen die Ergebnisse des Bergwiesenprojekts Stützengrün », denn wir kommen durch blütenbunte, artenreiche Wiesen und Weiden, bei denen einem das Herz aufgeht, wenn man zur Zeit der Bergwiesenblüte hier läuft. Wir sollten die Schönheit der Blumen » und der Wiesen möglichst lange genießen.
Aber einen Wunsch haben wir, bleiben Sie bitte in den Randbereichen und vor allem gehen Sie nicht in Flächen, in denen Rinder weiden.
Die Wiesen und Weiden geben nicht nur ein prächtiges Bild ab, sondern beherbergen genau wie die Wälder, Gehölze und deren Ränder viele heilsame Kräuter für Mensch und Tier », sind gleichsam natürliche Apotheken. Wir laufen dann ein Stück durch den Wald und kommen danach an sehr steilen Weideflächen entlang, auf denen sich zahlreiche Exemplare der Bärwurz finden, einer Charakterpflanze der erzgebirgischen Bergwiesen. Wir sehen auch die ersten Häuser von Neulehn und der Weg, auf dem wir gehen, ist der Kirchsteig, den die Einwohner von Neulehn früher für den Kirchgang nutzten. Der wunderbare Weißbach, zu dessen Quelle es nicht mehr weit ist, ist unser treuer Begleiter, mal näher, mal ferner, aber immer in Hörweite, ein „nasser Hund“ sozusagen.
Dann kommen wir an die Stelle, wo links steile Treppen den Wald hinauf führen. Wenn wir gut zu Fuß sind und zusätzlich Variante 2 des Themenweges erwandern wollen, dann müssen wir an dieser Stelle geradeaus weiter und den Verbindungsweg nehmen.
Andernfalls steigen wir die Treppen hoch und gehen nach links am Waldrand entlang. Nach einiger Zeit geht es hinunter in den Wald und wir kommen an einen Abzweig, der zu einem lohnenswerten Aussichtspunkt auf dem Fundament des ehemaligen Bahnviadukts führt. Zurück am Abzweig, setzen wir unseren Weg entlang der ehemaligen Bahnstrecke fort, kommen an einem Drehwürfel mit typischen Wiesenpflanzen vorbei, ehe wir nach einiger Zeit die Wiesen auf der Rückseite der Stollmühle erreichen und bald am Ende der Rundwanderung sind.

Verbindungsweg:
Von dieser Stelle aus müssen wir noch ca. 100 m den Kirchsteig entlang bis an die Schulstraße. Dort halten wir uns rechts und gehen bis an die Schönheider Straße. Hier geht es links weiter, am nächsten Abzweig rechts und nach etwa 100 m haben wir den Parkplatz am Kuhberg erreicht.

Variante 2:
Unsere Wanderung beginnt am Parkplatz am Kuhberg in Stützengrün. Wir gehen nach rechts am Waldrand entlang und orientieren uns am grünen Schrägstrich, der Markierung des Kräuterlehrpfades „Rund um den Kuhberg“. Er wurde 2009 im Rahmen eines Projektes der drei Anrainerkommunen zur Integrierten Ländlichen Entwicklung eingerichtet und führt von der Marktscheune in Rothenkirchen zum Hotel Forstmeister in Schönheide oder umgekehrt. Anhand zahlreicher Informationstafeln wird uns die Welt der Kräuter näher gebracht, aber auch über einheimische Gehölze und vieles mehr können wir uns informieren. Schon nach etwa 200 m kommen wir an einem bemerkenswerten Gewächs vorbei, einer stattlichen Rotbuche, die einen durch ihren prächtigen Wuchs in den Bann zieht. Es geht weiter am Waldrand entlang, dann durch die Feldflur und kleinere Wälder. An verschiedenen Stellen haben wir  schöne Ausblicke auf die nähere und weitere Umgebung. Am Ortseingang von Rothenkirchen kommen wir an einer schönen Baumgruppe mit einer herrlichen uralten Linde vorbei.

Linde in Rothenkirchen

Der Pfad endet an der Marktscheune, in der immer freitags eine Vielzahl von Produkten aus der Region angeboten wird, u.a. von Rindern, die wir entlang des Kräuterlehrpfades vielleicht gesehen haben. Neuerdings hat der Hofladen mit Imbiss auch unter der Woche geöffnet.
Wir gehen etwa 400 m die Straße nach Rothenkirchen hinein, bis gegenüber der Straße „An der Angerwiese“ ein Weg abgeht, dem wir folgen, bis wir auf den Wanderweg (roter wagerechter Strich) zum Kuhberg stoßen. Bald haben wir den 795 m hohen Gipfel mit Gaststätte und Aussichtsturm erreicht. Leider ist die Sicht vom Turm zum großen Teil durch Bäume verstellt.
Wir gehen jetzt auf dem  Weg in Richtung Aschberg weiter, am Funkmast vorbei, und treffen dann nach 800 m wieder auf den Kräuterlehrpfad, dem wir erst durch den Wald und dann am Waldrand entlang bis zum Hotel Forstmeister folgen. Dort hat man sich des Themas heimische Kräuter intensiv angenommen. Man nutzt sie viel in der Küche, bietet Kräuterwanderungen an und vieles mehr.
Auf dem Rückweg folgen wir zuerst ein Stück dem Bergwanderweg Eisenach-Budapest (roter waagerechter Strich) in Richtung Kuhberg, bis wir den Waldrand erreichen. Dort biegen wir aber nach rechts ab, um dem hübschen Örtchen Neuheide einen Besuch abzustatten, gehen wenige Meter den Waldrand entlang und dann nach rechts auf einen schmalen Pfad durch die Feldflur. (Hinweis: Wir hoffen, dass es diesen schönen Weg noch lange geben wird, sind uns aber nicht sicher, da schon viele unserer Wege durch die Feldflur verschwunden sind. Alternativ kann man schon früher an der Kleingartenanlage rechts abbiegen und kommt auch zur Neuheider Straße.) Wir erreichen die Neuheider Straße, gehen links und durchqueren den idyllisch gelegenen Ort, bis wir am Bahnhof sind. Wir laufen immer geradeaus weiter an den Gleisen der Kleinbahn entlang, kommen dann durch ein attraktives Wald-Wiesental und haben alsbald unser Ziel erreicht.

Besonderheiten

FFH-Gebiet „Bergwiesen um Schönheide und Stützengrün“

Das FFH-Gebiet ist 134 Hektar groß und besteht aus sieben getrennten Teilbereichen, wobei vier Bereiche in Schönheide und drei in Stützengrün liegen. Im Gebiet kommen gefährdete Arten vor wie Arnika, Waldläusekraut, verschiedene Orchideen, Mondrautenfarn, Rundblättriger Sonnentau und Gemeines Fettkraut. 10 FFH-Lebensraumtypen wurden festgestellt. Die Wald- und Moorbereiche darunter sind relativ kleinflächig und befinden sich in Schönheide. Dort liegen Teile des FFH-Gebietes im 28 Hektar großen Naturschutzgebiet „Moore südlich von Schönheide“, das Ende 2013 neu ausgewiesen worden ist.
Hauptsächlich geht es bei dem FFH-Gebiet aber, wie der Name schon sagt, um den Erhalt von wertvollen Grünlandkomplexen mit artenreichen Frisch-, Nass,- und Bergwiesen im Umfeld der beiden Orte. Und dazu können wir auf dem Themenweg einen ausgezeichneten Einblick gewinnen. Zurück »

Der "Grund" in Stützengrün

Der Grund und die Reith / Bergwiesenschutzprojekt Stützengrün

Der "Grund" in Stützengrün früher

Der Stollmühlengrund oder einfach Grund, der sich ein Stück unterhalb des ehemaligen Bahnviadukts in die Reith fortsetzt, ist ein typisches erzgebirgisches Kerbtal und der Bach, der hier seine Arbeit leistet, ist der Weißbach, der in Neulehn aus der Erde kommt und früher in der Zwickauer Mulde, heute in der Talsperre Eibenstock mündet. Sein Lauf hat sich also erheblich verkürzt und schon bald muss der muntere Geselle sein kurzes Leben in den ruhigen Wassern des „Erzgebirgsmeeres“ wieder lassen. Früher zählte das Weißbachtal zwischen Stützengrün und Neidhardtsthal zu den schönsten Wanderwegen des Erzgebirges.  
Es ist unschwer zu erkennen, dass Teile des Grundes und der Reith mit der heute in der Landwirtschaft üblichen modernen Großtechnik nicht zu bewirtschaften sind. Früher, als noch viel in Handarbeit gemacht wurde, war das natürlich anders und so wundert es einen nicht, dass auf alten Postkarten das Tal noch viel offener ist als heute.
Die Steilheit und Vielfältigkeit des Tales ist auch einer der Gründe, weshalb große Teile nach der Wende brach fielen. Es konnte aber im Rahmen des Bergwiesenschutzprojektes Stützengrün nach einigen Jahren vom Landschaftspflegeverband „Westerzgebirge“ e.V. in Zusammenarbeit mit Landwirten – und mit tatkräftiger Unterstützung durch die Gemeinde Stützengrün und den Naturpark Erzgebirge/Vogtland – wieder in Nutzung genommen werden. Sowohl Heuwerbung als auch eine schonende Beweidung mit Schottischen Hochlandrindern sorgen für eine sinnvolle Verwendung des Aufwuchses dieser wertvollen Grünlandbereiche.

Bergwiesenerlebnispfad Stützengrün

Auch der Bergwiesenerlebnispfad wurde im Rahmen des Projektes eingerichtet und der Bergwiesenwettbewerb sowie das alljährlich im Juni an der Stollmühle stattfindende Bergwiesenfest haben sich längst etabliert. Zurück »

Schottische Hochlandrinder

Schottische Hochlandrinder in Stützengrün

Schottische Hochlandrinder gehören zu den besten tierischen Landschaftspflegern. Sie sind leicht und deshalb auch für steile Hänge und etwas feuchtere Flächen gut geeignet, haben geringe Futteransprüche und können deshalb auch in schon abgeblühten Aufwüchsen weiden, sind sehr robust und wetterfest und bleiben auch im Winter im Freien. Sie sind damit für eine schonende, naturverträgliche Beweidung besonders geeignet.
Zudem sind sie traumhaft schön, nicht zuletzt, weil sie aus einer traumhaft schönen Landschaft stammen, dem Schottischen Hochland. Es wird von manchen auch als „das Land der nachdenklichen Kühe“ bezeichnet. Wer einmal dort war, den lassen diese Bilder nicht mehr los. Sie passen also ins Weißbachtal wie eine schöne Blume in eine schöne Vase. Zurück »

Schottische Hochlandrinder in Stützengrün

Mutterkuhherden

Schottisches Hochlandrind

Wer sieht es nicht gerne, hält inne, wenn er stillenden Müttern und saugenden „Kindern“ auf einer Weide begegnet, einem Bild der Ruhe und des Friedens. Es ist nämlich durchaus keine Selbstverständlichkeit in der Rinderhaltung, dass die Mütter ihre Kinder nach der Geburt behalten dürfen. Und auch deshalb ist die Mutterkuhhaltung zweifelsohne eine der art- und tiergerechtesten Weisen, Rinder zu halten. Die Tiere dürfen weitgehend ihre Bedürfnisse ausleben und ein durchaus angenehmes Leben führen.
Aber fest steht auch, dass wir leider nicht alle Rinder auf diese Art halten können, wenn  wir Milch, Käse und die vielen anderen Köstlichkeiten genießen wollen, die wir Menschen so schätzen und die wir vorwiegend dem Rind zu verdanken haben.
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Von der Schönheit der Blumen
Hand aufs Herz, wer nimmt sie eigentlich so richtig wahr, diese zumeist grünen Wesen, die da auf Wiesen und Weiden, in den Gärten und weiß Gott wo sonst noch herumstehen und denen man den Namen „Blume“ gegeben hat. Dabei sind sie wahre Wunderwerke der Natur und zusammen mit den anderen Pflanzen erst die Voraussetzung dafür, dass wir auf diesem Planeten überhaupt existieren können und unser Dasein fristen dürfen.
Allerdings sieht der Blumenliebhaber die Blumen nicht als unverzichtbaren „chemischen Apparat“, sondern geradezu als Ausbund an Schönheit und Grazie, an Formenvielfalt und Farbenreichtum. Und diese wunderbaren Seiten an den Blumen können wir alle entdecken, wenn wir nur danach suchen. Wir sollten uns zuweilen die Zeit dazu nehmen, die Blume sozusagen als eine Art Kunstwerk zu bestaunen und zu bewundern, sie im Jahreslauf zu beobachten, ihren Wandel zu verfolgen, sie in ihrer Schönheit und Vergänglichkeit nicht nur zu betrachten, sondern mit allen Sinnen wahrzunehmen. Zurück »

Alantdistel

Heilsame Kräuter für Mensch und Tier

Die Nutzung von Kräutern und anderen Pflanzenbestandteilen für die Ernährung und zu Heilzwecken ist so alt wie die Menschheit. Die dazu notwendigen Kenntnisse über die heimischen Pflanzen und das Wissen über deren Wirkung wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Schon die Kinder wurden damit vertraut gemacht und es war eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass man Arnika, Rainfarn, Schafgarbe, Thymian und Co. kannte. In vielen Familien gehörte es zu den Aufgaben der Kinder und Jugendlichen, dafür zu sorgen, dass der Vorrat an heilkräftigen Pflanzen nicht ausging und so wusste man auch von den altbewährten Stellen, an denen diese Pflanzen wuchsen und gesammelt werden durften. Auch der Anbau von Heil- und Gewürzkräutern in den Hausgärten war eine verbreitete Angelegenheit.
All diese Dinge sind durch die Entwicklung des modernen Arzneiwesens ins Hintertreffen geraten. Die Chemie hat die heilenden Kräfte aus der heimischen Landschaft verdrängt und viel ist schon verloren gegangen von diesem uralten Wissensschatz, den es über die Pflanzen und deren Wirkung auf Mensch und Tier einmal gab.
Allerdings erfahren die Kräuter in letzter Zeit wieder Aufwind, auch im Erzgebirge. Man besinnt sich des alten Wissens, bildet Kräuterpädagogen aus, richtet Lehrpfade ein, usw.; eine sehr erfreuliche Entwicklung.

Rind aks Jräutersucher

Nicht nur für uns Menschen sind Kräuter wichtig, auch für Ernährung und Gesundheit der Tiere, nicht nur der Wildtiere, sondern auch der Nutztiere. Ein fundiertes Wissen dazu war für unsere Vorfahren unverzichtbar, denn Tiere wurden fast in jedem Haushalt gehalten und waren notwendig für das tägliche Brot. Es war also ein großer Verlust, wenn eines einer Krankheit erlag und alles wurde versucht, um dies zu verhindern.
Dabei hat die Wirkung der Heilkräuter auf die Tiere eine erstaunliche Ähnlichkeit mit der auf den Menschen und viele Mittel, die sich beim Menschen bewährt haben, werden auch in der Tierheilkunde eingesetzt. So beispielsweise die Arnika bei Prellungen, Quetschungen und bei der Wundheilung. Die Brennnessel stärkt das Immunsystem, fördert die Blutgerinnung und steigert den Appetit. Thymian wirkt desinfizierend, auswurffördernd, harntreibend, appetitanregend, krampflösend, lindert Husten und stoppt leichte Durchfälle.
Das Wissen darüber ist fast völlig vergessen, denn eine ähnliche Entwicklung wie in der Humanmedizin hat auch in der Tiermedizin stattgefunden. Zurück »

Blütenbunte, artenreiche Bergwiesen sind genau wie die Flachlandmähwiesen ein wichtiger Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000.

Blühende Bergwiese

Nicht ohne Grund wurden sie unter die in Europa zu schützenden Lebensräume aufgenommen, denn sie sind leider selten geworden. Die Flachlandmähwiesen noch mehr als die Bergwiesen, denn sie sind meist gut zu bewirtschaften und werden - oder besser wurden - meist ein Opfer der Intensivierung. Die Bergwiesen hingegen werden eher zu Pflegefällen, weil sich die Bewirtschaftung für die Landwirte nicht lohnt. Nur über finanzielle Unterstützung durch entsprechende Förderprogramme können sie durch extensive Nutzung oder Pflege erhalten werden. Wir im Erzgebirge können uns glücklich schätzen, dass wir noch über eine relativ beachtliche Anzahl, zum Teil auch großflächiger Bergwiesen verfügen.

Reith in Stützengrün