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Themenwege

Der Bergflecken Sosa
Auf dem Köhlerweg rund um Sosa

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Bergflecken Sosa
Auf dem Köhlerweg rund um Sosa

Sosa

„Orte; einen Stein mitnehmen und ein Herz dort lassen.
Erika Burkart (1922-2010)

„Der Bergflecken Sosa liegt auf den ehemaligen sudetischen Bergen, oder im meisnischen Obererzgebirge, von Mittag gegen Mitternacht, in einem ruhigen Thal, zwischen hohen Bergen und Wäldern. … Es besteht aber derselbe aus hundert und acht Feuerstädten.  Darunter sind drey Mahlmühlen, welche zugleich das Recht haben, Brod und Semmel zu backen, und eine Schneidemühle. … Ein Bach, Sosa genant, fliesset mitten hindurch, welcher auf dem Riesenberg entspringet, und unter dem Bergflecken, eine halbe Stunde davon, in die Mulde fället.“
Christian Heinrich Hecht (1735-1801)

Hecht war fast 30 Jahre als Pfarrer in Sosa tätig und in seiner 1778 erschienenen Ortschronik benutzt er das Wort „Bergflecken“ recht häufig. Eine durchaus passende Bezeichnung, die leider außer Gebrauch und weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Wenn man danach „googelt“ – schon eher ein Wort, das in Mode ist – wird man gefragt, ob man „Bierflecken“ gemeint habe und sucht man nach „Bergflecken Sosa“, dann erhält man automatisch die Suchergebnisse für „Bierflecken Sofa“. Ein schlagender Beweis, dass die Welt sich verändert hat, auch die Sprache.
Der „Flecken“ ist natürlich gewachsen, Feuerstätten sind es mehr geworden in Sosa, Mahlmühlen eher weniger, aber der Ort ist „beschaulich“ geblieben und das soll durchaus ein großes Kompliment sein. Man schaut ihn sich gerne an, den Ort. Es fehlen die „Schandflecken“ - oder man hat sie gut versteckt -, die in vielen anderen Orten so störend wirken und das Ortsbild beeinträchtigen, die weithin sichtbaren Gewerbegebiete, Einkaufszentren, Plattenbauten und was es sonst noch so alles gibt, womit man Orts- und Landschaftsbilder beschädigen kann. Was auch immer die Gründe dafür sein mögen, wieso Sosa davor weitgehend verschont geblieben ist, das Ergebnis schaut sich gut an und ist wohl mit dafür verantwortlich, warum viele Sosa zu ihren Favoriten zählen, wenn man sie nach den schönsten Orten in unserem Gebirge fragt. Natürlich trägt auch die einmalige Tallage entlang des Sosabaches und seiner vielen Nebenbäche nicht unwesentlich dazu bei. Und Sosa hat natürlich noch mehr zu bieten als Häuser, nämlich eine beeindruckende Kulturlandschaft: gepflegte Bergwiesen und –weiden, Wälder mit abwechslungsreichen Randbereichen, naturnahe Gewässer usw.

Sosa Oberdorf

Wir halten uns bei unserer Runde um und durch den Ort an den Köhlerweg, weil er einfach zu den schönsten Wanderwegen in der Region zählt. Er führt in vielen Abschnitten über Wiesen- und Waldpfade und man geht dort wie auf Polstern, man schwebt sozusagen. Und die Aussichten, die Aussichten, man kann sie nicht genug loben. Zudem ist er sehr gut ausgeschildert, wir können uns nicht verlaufen und uns umfangreiche Wegbeschreibungen sparen. Die gelungenen und mit sehr ansprechenden Bildern versehenen Informationstafeln tragen zudem dazu bei, dass wir am Ende der Wanderung erheblich schlauer sind als zu Beginn. Summa summarum: Ein Wanderweg, der fast keine Wünsche offen lässt.

Karte Sosa

Wanderroute

Rundweg um Sosa (rot gekennzeichnet), ca. 12 km, etwa 4 Stunden, für den Gelegenheitswanderer

Beschreibung der Wanderung

TRockenmauer Sosa

Unsere Wanderung beginnt am Parkplatz an der Talsperre von Sosa. Wir halten uns bei der gesamten Wanderung an den Köhlerweg, der mit einem weißen Meiler auf schwarzem Grund gekennzeichnet ist. Wir folgen ihm oberhalb des Parkplatzes in Richtung Sosa. Die uns umgebenden Wiesen sind sehr wertvoll und gehören zum
FFH-Gebiet „Bergwiesen um Sosa“ ». Bald können wir auch die ersten schönen Ausblicke auf das Ortszentrum mit der 1616 aus Feldsteinen erbauten und 1617 geweihten Dorfkirche genießen. Dort befindet sich übrigens auch ein beachtenswerter Baum, die 1817, also 200 Jahre nach der Kirchweihe, gepflanzte Schuleiche. Der Baum steht als Naturdenkmal unter Schutz, hat aber auch heimatkundliche und symbolische Bedeutung, er wurde zur Erinnerung an die 300. Jahrfeier des Reformationsfestes von der Kirchschule gepflanzt.
Dann geht es nach rechts und wir treffen auch gleich auf die erste der zahlreichen Informationstafeln. Sie gibt uns darüber Auskunft, was es von diesem Standpunkt aus in der näheren und weiteren Umgebung zu sehen gibt. Entlang des Hanggrabens geht es in Richtung Oberdorf, das wir im tief eingeschnittenen Tal des Sosabaches links liegen sehen. Leider ist uns der Blick streckenweise durch schon ältere Aufforstungen mit Fichten versperrt. Wir kommen dann an einer sehr erstaunlichen Informationstafel vorbei, die eine Landnutzungsform behandelt, die heutzutage so gut wie nie Erwähnung findet und fast vergessen ist, die Waldweide ». Dann gehen wir ein Stück durch den Wald und gelangen an die Riesenberger Straße, die von einer Reihe alter Kirschbäume gesäumt wird, überqueren die Straße und begehen jetzt den Obstbaumsteig, eine Pflanzung von 50 hochstämmigen Obstbäumen mit für die Region typischen alten Obstsorten. Eine gute Idee von Grüner Aktion Westerzgebirge und Sachsenforst, die uns die frühere Bedeutung des Obstbau und die alten Obstsorten » wieder in Erinnerung rufen will. Nur etwas umfangreichere Informationen zu den gepflanzten Sorten würde sich der Interessierte schon wünschen. Wir erreichen dann den Wald, gehen ein Stück den Waldrand entlang und landen dann wieder in der Feldflur, schlängeln uns abwechselnd durch Wald und Wiesen, durchqueren das etwas größere Waldgebiet am Sonneberg, ehe wir wieder die Feldflur erreichen, kommen an einem Einzelgehöft vorbei, das von sehr mageren Bergwiesen umgeben ist. An der Wegkreuzung halten wir uns rechts und gehen den Berg hinan bis zur Straße. Hier sollten wir unbedingt etwas verweilen und die grandiose Aussicht auf den Ort und den Auersberg genießen. Wenn wir genug gesehen haben, überqueren wir  an der Köhlerei Gläser die Straße, gehen links und durchwandern dann das Waldgebiet am Schrammberg, in dem uns besonders die beeindruckenden Felsgestalten bei Laune halten. Wir kommen jetzt in ein äußerst interessantes Gebiet von kleinen Waldwiesen, die hier die naturnahen Bäche begleiten, zuerst den Röthenbach und dann den Stinkenbach. Wie lange diese Täler noch offen sein werden, ist ungewiss. Jedenfalls können wir an einigen Stellen verschiedene
Aufforstungen » und Brachflächen beobachten, denn die Bewirtschaftung oder Pflege dieser abgelegenen Täler ist schwierig. Hoffen wir, dass sie uns so erhalten bleiben, denn es sind wirkliche Kleinode und Seltenheiten in der Landschaft. Auch die wegbegleitenden Trockenmauern sind beachtenswert und man kann sich gut vorstellen, welch enorme Arbeit bei ihrer Errichtung geleistet wurde. Wieder im Dorf angelangt, treffen wir auf die Bockauer Straße, auf der wir den Ort entlang des Sosabaches hinaufgehen, der nicht weit von hier in die Mulde fällt und dort sein Leben aushaucht. Auch schöne alte Holzscheunen, Klein- und Obstgärten » bekommen wir zu Gesicht, Anblicke, die seltener werden.
An der Gaststätte Schützenhaus erreichen wir die Hauptstraße, überqueren diese und den Sosabach, gehen noch einige Meter weiter und dann rechts den Fröhlichweg hinauf, kommen am Fröhlichgut vorbei und zweigen nach wenigen Metern links auf die Wiesenstraße ab. Bald haben wir den Ortsrand erreicht. Es geht links weiter und dann immer geradeaus durch die Feldflur. Wir kommen an den Waldrand und laufen einen mit wunderbaren alten Buchen bestandenen alten Hohlweg entlang, eines der wenigen Zeugnisse eines historischen Handelsweges, des „Plattner Steiges“, der von Zwickau nach Böhmen führte. Viel zu kurz ist der restliche Weg bis zum Ausgangspunkt unserer Wanderung.
Sie sollten nicht versäumen, noch einen kleinen Ausflug zur 500 m entfernten Talsperre Sosa im legendären Höllengrund im Tal der Kleinen Bockau zu machen.

Talsperre Sosa

Besonderheiten

FFH-Gebiet „Bergwiesen um Sosa“

Köhlerweg Sosa

Das Gebiet ist 130 Hektar groß, mit wertvollen, naturraumtypischen, teilweise sehr artenreichen Wiesen in großflächiger Ausdehnung in Hanglagen mittlerer bis starker Neigung. Die Wiesen zeigen unterschiedliche Ausprägung, darunter Bergwiesen und eine Borstgrasrasenfläche und sind häufig verzahnt mit Feuchtbereichen. Es kommen gefährdete Arten vor wie Arnika, Waldläusekraut und Gelbe Segge. Eine wichtige Rolle spielen auch die in bestimmten Bereichen noch naturnahen Fließgewässer Sosabach, Röthenbach und Stinkenbach, die stellenweise Unterwasservegetation aufweisen und dort als FFH-Lebensraumtyp eingestuft werden konnten. Zurück »

Waldweide

Man kann es sich heute nicht mehr vorstellen, welch wichtige Rolle die Waldweide für unsere Vorfahren von der Besiedlung bis zu deren Verbot in der Mitte des 19. Jahrhunderts gespielt hat und welch enorme Auswirkungen sie auf Landschafts- und Dorfbild hatte.
Die Wälder in Waldweidegebieten entwickeln ein typisches Aussehen, sie sind offener und lichter, fast parkähnlich. Leider sind bei uns solche Wälder nicht erhalten geblieben. Auch der einzelne Baum bildet einen Habitus aus, die vielen verwachsenen Teilstämme, an dem man ihm sein Leben lang ansieht, dass er in seiner Jugend häufig vom Vieh verbissen wurde. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür sind die erhaltenen Weidbuchen im Südschwarzwald, wo die Waldweide viel länger üblich war als bei uns. Rein theoretisch könnten solche Weidbuchen auch hier zu finden sein, aber wir kennen keine. Die enorme Bedeutung dieser heute weitgehend vergessenen Art der Landnutzung wird auch dadurch deutlich, dass sie in manchen Orten über 600 Jahre betrieben wurde. Sie war für die Ernährung der Bevölkerung lange Zeit unverzichtbar. Heute erinnern eigentlich nur noch bestimmte Flurnamen an diese weitgehend in Vergessenheit geratene Landnutzungsform. Es ist erfreulich, dass wir auf einer der Informationstafeln etwas mehr über die Hutweide in Sosa erfahren dürfen. Zurück »

Obstbau / Alte Obstsorten / Obstwiesen und Obstgärten

Der folgende Auszug aus dem Buch von A. Bode „Der Obstbau im Erzgebirge“ aus dem Jahr 1914 hat etwas märchenhaftes an sich, man kann es gar nicht so recht glauben, was einem da erzählt wird:
„Auf Grund einer sorgfältigen Zählung konnte festgestellt werden, daß in einem Orte des mittleren Gebirges 123 Apfel- und 91 Birnensorten vorhanden sind. Im ganzen wurden hier 3901 Apfelbäume gezählt, hiervon waren 2005 Stück dem Namen nach bekannt, 1896 Stück unbekannt. Von 3049 Birnbäumen konnten 1779 bezeichnet werden, 1270 hingegen waren ohne Namen.“
Ähnliche Ergebnisse brachten nach Bode die Untersuchungen in 20 weiteren Ortschaften und so ähnlich war es sicher auch in Sosa. Die Bäume standen in den Obstwiesen und Obstgärten, aber auch als Baumreihen und Alleen an Straßen und Wegen. In den vergangenen Jahrhunderten musste in den Dörfern fast jeder Quadratmeter Boden ausgenutzt werden. Und dabei waren hochstämmige Obstbäume geradezu ideal, da sie sozusagen eine Bewirtschaftung in zwei Etagen ermöglichten. Der Boden konnte als Wiese, Weide, Acker oder Garten genutzt werden und das Obst der Bäume war ein willkommenes Zubrot.

Obstwiese in Sosa

Unglaublich im Zitat von Bode ist nicht nur die enorme Zahl der Bäume, sondern auch die verblüffende Vielfalt an Sorten, die auch in einer Landschaft mit etwas rauerem Klima wie der unseren ein schmackhaftes und gut verwendbares Obst geliefert haben. Eine Geschmacksvielfalt, von der wir nur noch träumen können, die uns schon weitgehend verloren gegangen ist, indem sie ersetzt wurde durch diese fünf bis zehn – wenn es hoch kommt – gängigen Allerweltsorten, die wir im Supermarkt finden.
Dazu kam eine Vielzahl von Arten der Verwendung. Neben dem Frischverzehr versuchte man mit den vielfältigsten Methoden der Haltbarmachung die ganze Ernte einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. Man dörrte die Früchte, man weckte ein, machte Marmelade, Mus, Sirup, Saft, Kompott, buk Kuchen und vieles mehr. Die lagerfähigen Sorten wurden aufgehoben und so hatte man Obst bis in das nächste Frühjahr hinein. Für jede Sorte war bekannt, zu welchen Zwecken sie sich am besten eignete und die Überlieferung dieses Wissens von Generation zu Generation war eine Selbstverständlichkeit.
Der Rückgang der Obstbäume und damit der Verlust von alten Obstsorten gehen weiter. Guter Rat ist teuer. Leider wird uns gar nicht so recht bewusst, was uns da verloren geht. Versuche, dem entgegen zu wirken, gibt es. Der Obststeig in Sosa ist einer davon. Zurück »

Aufforstungen

Bei unserer Wanderung kann man an einigen Stellen beobachten, dass mehr oder weniger große Wiesenbereiche aufgeforstet wurden, vor allem mit Fichten. Nun könnte man das erfreulich finden, da Wald im Grunde genommen gut ist, wichtige Funktionen hat wie Sauerstofflieferant, Wasserspeicher, Klimaretter usw. Alles richtig. In zahlreichen Regionen bräuchten wir unbedingt mehr Wald, aber nicht im Auersberggebiet. Dort sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht, dort ist das Offenland das rare Gut. Deshalb sollten wir, bei allem Verständnis für die Schwierigkeiten und Probleme bei der Bewirtschaftung, immer erst nach anderen Lösungen suchen. Aufforstung kann nur der letzte Ausweg sein, zumal dadurch nicht nur wertvolle Wiesenareale verloren gehen, in denen auch ein Menge Arbeit vorangegangener Generationen steckt, sondern über kurz oder lang auch wichtige Blickschneisen, wie wir auf unserem Rundweg mehrfach feststellen können. In der Summe führen diese Aufforstungen oder auch die natürliche Entwicklung zum Wald durch Gehölzanflug in brach gefallenen Flächen zu einer schleichenden Veränderung der Landschaft und des Landschaftsbildes. Umso höher zu bewerten sind die vielen Beispiele im Ort, wo auch schwierigste Standorte noch liebevoll bewirtschaftet werden.

Aufforstung in Sosa

Die auf dem Foto aus dem Jahr 2004 zu sehende Aufforstung im Oberdorf hat sich mittlerweile zu einem stattlichen Fichten-Stangenholz entwickelt. Zurück »

Offenland

Sosa im Erzgebirge

Das Offenland oder die Feldflur gehört zu den Problemkindern und gleichzeitig zu den Stiefkindern des Naturschutzes, auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene. In keinem Bereich unserer Kulturlandschaft werden die Folgen der intensiven Landnutzung so erschreckend deutlich wie hier und in keinem Bereich ist es schwieriger – und bisher erfolgloser –, entsprechende Maßnahmen zum Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten umzusetzen. Und dabei kann man guten Gewissens sagen, dass in bestimmten Regionen fast alle Offenlandarten schon verschwunden oder gefährdet sind. Im Grunde genommen sind diese Landschaften weitgehend tot, natürlich bis auf die wenigen Nutzpflanzenarten, die dort auf riesigen Schlägen „gehegt und gepflegt“ werden. Die Versuche, die Agrarpolitik ökologischer, naturnaher auszurichten, kommen – wenn überhaupt – nur im Schneckentempo voran, während das Artensterben in der Agrarlandschaft im Galopp weitergeht. Umfassendere Veränderungen scheitern unbegreiflicher Weise schön und regelmäßig an der Intervention bestimmter Interessengruppen, die die Feldflur nicht auch als Lebensraum von Tieren und Pflanzen und als Erholungsraum für uns Menschen, sondern rein als Produktionsstandort mit Gewinnaussicht sehen. Im Erzgebirge, vor allem in höheren Lagen, ist die Situation noch vergleichsweise gut, obwohl sich auch hier beispielsweise die Rebhühner verabschiedet haben und die Feldlerchen seltener jubilieren als früher. Aber man braucht nicht allzu weit hinabzusteigen, dann haben der Ackerbau und die intensive Grünlandwirtschaft das Sagen und die Arten der Feldflur sind erschreckend geschrumpft.
Die Ausweisung von Natura 2000 Gebieten und die Förderprogramme zur Unterstützung einer naturverträglicheren Landwirtschaft, die zum Beispiel die Bergwiesen, wie hier in Sosa, schützen und erhalten wollen, sind ein wichtiges, notwendiges, aber bei weitem noch nicht hinreichendes Mittel, um die wenigen Oasen, die es im Offenland noch gibt, auch für die kommenden Generationen zu bewahren.

Sosa im Erzgebirge