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Themenwege

Schwarz- und Pöhlwassertal
Von Flüssen, Bächen, Bergen und Bäumen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schwarz- und Pöhlwassertal
Von Flüssen, Bächen, Bergen und Bäumen

Pöhlwassertal

„Fluß. Wasser, das nie das gleiche ist und sich doch immer wieder gleicht.
Jules Renard (1864-1910)

Er gehört wohl zu den interessantesten und schönsten Landschaften des westlichen Erzgebirges, der etwa 5 Kilometer lange Bergrücken zwischen Antonshöhe und Schwarzenberg, der das Schwarzwasser und Pöhlwasser voneinander trennt und im Mittelpunkt unserer Wanderung steht, ergänzt durch einen Ausflug in den östlichen Teil des Pöhlwassertales bei Rittersgrün. Wald, Offenland und Siedlung, der berühmte Dreiklang und Garant für landschaftliche Schönheit, wechseln sich ab und sorgen dafür, dass es auf dem Weg mit Sicherheit nicht langweilig wird. Zudem jagt ein grandioser Ausblick den nächsten. Etwas Puste müssen Sie allerdings schon mitbringen, denn zwischen dem niedrigsten Punkt der Wanderung in 450 m Höhe in Grünstädtel und dem höchsten mit knapp 700 m in der Nähe des Magnetenberges bei Antonshöhe liegen sage und schreibe 250 m. Aber keine Bange, das schaffen wir schon.
Johann Traugott Lindner (1777-1856), der in Crandorf geboren wurde und in Schwarzenberg als Finanzprokurator und auch als Bürgermeister wirkte, hat 1848 ein Buch mit dem Titel „Wanderungen durch das Sächsische Obererzgebirge“ veröffentlicht und darin den Blick von diesem Bergrücken in den Talbereich um Raschau und Grünstädtel als eines der lieblichsten Bilder des Erzgebirges bezeichnet, er sprach vom erzgebirgischen Chamounix. Wenn man von Grünstädtel aus die Höhen erreicht hat und ins Pöhlwassertal und das Tal der Großen Mittweida zurückblickt, so ist man von den Socken. Es bleibt kein Zweifel mehr, dass der Ausdruck „erzgebirgisches Chamounix“ keine Übertreibung ist und durchaus seine Berechtigung hat.

Blick auf Grünstädtel und Raschau

Karte Pöhlwassertal

Wanderroute

Rundweg zwischen Pöhl- und Schwarzwassertal (rot gekennzeichnet), ca. 15 km,
etwa 5 Stunden, für den Gelegenheitswanderer und den professionellenWanderer

Beschreibung der Wanderung

Unsere Wanderung beginnt am Parkplatz an den Kleingärten am oberen Ortseingang von Antonshöhe. Wir halten uns an den Rundwanderweg Pöhlwassertal (roter waagerechter Strich), der uns auf einem großen Teil unserer Wanderung begleiten wird. Wir gehen erst ein Stück bergauf die Straße entlang,  überqueren die Straße nach Breitenbrunn, gehen 100 m die Straße in Richtung Rittersgrün hinab und zweigen dann nach rechts auf den Waldweg ab. Kurz nachdem wir den Wald verlassen haben und schöne Ausblicke auf Globenstein und Rittersgrün genießen dürfen, zweigen wir links vom Rundwanderweg ab und halten uns an den Weg mit der Markierung grüner waagerechter Strich. Gegenüber dem Landhotel Rittersgrün erreichen wir die Hauptstraße, gehen nach rechts 100 m an der Straße entlang, überqueren die Straße und gehen auf der Kirchstraße in Richtung Pfarrkirche, die wir bald vor uns liegen sehen, eine im späten 17. Jahrhundert erbaute Saalkirche. Wir überqueren das Pöhlwasser », gehen nach rechts kurze Zeit die Pfarrstraße entlang und dann links die Zainhammerstraße und den Grenzgrund steil hinauf. An der Wegkreuzung nach der Waldburg treffen wir wieder auf den Rundwanderweg Pöhlwassertal, dem wir in Richtung Pöhla folgen. Hier kreuzt sich unser Weg auch mit dem „Kräuter- und Landwirtschaftspfad Rittersgrün“, der für Naturfreunde durchaus von Interesse sein dürfte. Falls Sie also noch Zeit und Lust übrig haben, dann sollten Sie eine kleine Runde durch Oberrittersgrün einschieben, einen sehr sehenswerten Ort.
Wir gehen entlang des Rundwanderwegs Pöhlwassertal Richtung Pöhla und machen eine kleine Talwanderung » entlang des Kalbenbaches durch ein langgestrecktes, langsam abfallendes Tal, wohl deshalb „Langer Raum“ genannt. Wir sehen dann Pöhla vor uns liegen und stoßen bald auf die Straße, überqueren diese und das Pöhlwasser und halten uns rechts. Jetzt befinden wir uns am FFH-Gebiet „Pöhlwassertal und Wernitzbächel“ ». Wir gehen jetzt links des Pöhlwassers auf dem Weg für Radfahrer und Fußgänger geradeaus durch den Ort und kommen dann nach Grünstädtel, das sich nahtlos an Pöhla anschließt. Wir gehen jetzt entlang der Pöhlaer Straße weiter. Links geht bald der Kirchsteig ab, aber wir gehen erst noch ein Stück geradeaus und dann in einer Spitzkehre links hinauf, dann gleich wieder rechts an einem alten Vierseithof vorbei, umgeben von schönen Obstwiesen und wunderbaren Altbäumen: Esche, Buche und Eiche. Dort geht der Rundwanderweg Pöhlwassertal weiter hinauf in Richtung Crandorf. Für die Anstrengung werden wir reichlich belohnt mit schönen Ausblicken zurück ins Pöhlwassertal und ins Tal der Großen Mittweida. Wir gehen dann nach einem kleinen Wald rechts Richtung Schwarzenberg, erreichen die Straße am sogenannten Hohen Rad, überqueren diese, gehen auf ihr 100 m nach rechts und dann nach links auf dem Feldweg weiter. Nach etwa 200 m geht es links hinunter, immer am Waldrand entlang, in Richtung Erla. In Erla kommen wir bald an die Hauptstraße und halten uns links. Das Tal ist ziemlich verbaut. Straße, Eisenbahn, Siedlung und Schwarzwasser » müssen sich hinein und hindurch zwängen, von einem naturnahen Fluss kann hier nicht die Rede sein. Wir kommen dann am Herrenhof Erla vorbei, der 1665 errichtet wurde. Ein altehrwürdiges Gebäude, das aber offensichtlich seinem Ende entgegen geht. Hinter sich gebracht hat dies schon ein altehrwürdiger Baum wenige Meter danach, die Ulme im Park Herrenhof », von der wir noch den Baumstumpf begutachten dürfen und der wir einen kleinen Nachruf gewidmet haben. Etwa 100 m weiter machen wir einen Abstecher nach links und besuchen eine noch lebende, atemberaubende Baumgestalt, die Linde am Eduardstein ». Sie steht auf einem Felsen am Rand eines kleinen Wäldchens am Wanderweg Richtung Crandorf. Früher muss es vom Felsen und von der Linde aus einen wunderbaren Ausblick ins Schwarzwassertal gegeben haben. Zurück an der Hauptstraße gehen wir weiter und biegen nach der Gaststätte „Zur Eisenhütte“ links ab und folgen die nächste Zeit dem Rundwanderweg Erla-Crandorf. Es geht jetzt steil bergauf. Wir überqueren die Straße und laufen nach dem Verlassen des Ortes immer den Waldrand entlang. Es ist eine der schönsten „Waldrandwanderungen“, die wir kennen. Wir bekommen geboten: Ausblicke auf Bermsgrün auf der anderen Seite des Schwarzwassers, Schwarzenberg,

Crandorf

Erla, Crandorf und die das Dorf umgebende beeindruckende Feldflur, viele schöne alte Bäume, Baumreihen, Hecken, Trockenmauern, Lesesteinwälle, Wiesen, Weiden mit Rindern und Lamas. Durch die Weide mit Lamas führt sogar unser Weg. Falls Sie Bedenken haben, können Sie sich natürlich am Rand durchs Gebüsch schlagen und die Weide umgehen. Wenn wir die Höhe erreicht haben, trennen wir uns an der Wegkreuzung vom Rundwanderweg und gehen nach rechts durch den Wald weiter. Wir gehen immer geradeaus und kommen auf einen asphaltierten Weg, dem wir nach links folgen. In diesem Bereich ist übrigens das Schwarzwasser nur etwa einen Kilometer vom Pöhlwasser entfernt. Wir folgen dem Weg bis zum Rondell in Antonshöhe, gehen links die Straße hinauf und haben unseren Ausgangspunkt bald erreicht.

Besonderheiten

FFH-Gebiet „Pöhlwassertal und Wernitzbächel“

Pöhlwassertal

Das Gebiet ist insgesamt 135 Hektar groß  und besteht aus 3 Teilgebieten, dem Pöhlwasser- und Wernitzbächeltal, einem Bereich bei Oberglobenstein und einem weiteren südlich des Magnetenberges. Geprägt wird das Gebiet durch die namengebenden Bachläufe des Pöhlwassers und des Wernitzbächels und der sie begleitenden Ufervegetation: Auwaldresten, Hochstaudenfluren und Wiesen. An den Talhängen stehen zum Teil kleinflächige Hainsimsen-Buchenwälder. Bergwiesen finden sich in der Nähe des Almhofs im oberen Bereich des Wernitzbächels. Sie sind durch 4 Flächennaturdenkmale geschützt.
Im Gebiet leben seltene und gefährdete Pflanzenarten wie die Arnika und Orchideen wie die Mücken-Händelwurz und andere. Zurück »

FFH-Gebiet "Schwarzwassertal und Burkhardtswald"

Das Gebiet wird geprägt durch stark bewaldete Talzüge mit naturnahen Fließgewässerabschnitten einschließlich ihrer Quellgebiete. Es ist 663 Hektar groß und setzt sich aus 4 Teilgebieten zusammen, dem Bereich am Schwarzwasser zwischen Breitenbrunn und Erla, dem Gebiet am Halsbach, Flächen nordwestlich des Magnetenberges und dem weiter entfernten Bereich Burkhardtswald zwischen Lauter, Bernsbach und Aue. Im Gebiet befinden sich zwei Naturschutzgebiete: das NSG

Wettertannenwiese

„Wettertannenwiese“ mit enorm wertvollen Offenlandbereichen, die Lebensraum vieler seltener Pflanzenarten und einer bemerkenswerten Insektenfauna sind sowie das NSG „Schieferbach“ mit den beiden naturnahen Gebirgsbächen Fäll- und Schieferbach. Sieben geschützte FFH-Lebensraumtypen hat man festgestellt: Fließgewässer mit Unterwasservegetation, Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation, Erlen-Eschen- und Weichholzauenwälder, Feuchte Hochstaudenfluren, Berg-Mähwiesen, Hainsimsen-Buchenwälder und Montane Fichtenwälder.
Dort leben gefährdeter Tierarten wie Großes Mausohr, Uhu, Wasseramsel, Feuersalamander, Wasserspitzmaus, Bachforelle und Äsche. Zurück »

Pöhlwasser

Pöhlwasser

Das Pöhlwasser entsteht durch das Zusammenfließen von Höllbach und Klingerbach mitten in der kleinen Siedlung Zweibach, die auch ihren Namen diesem Umstand zu verdanken hat. Es mündet, nachdem es Rittersgrün, Globenstein und Pöhla passiert hat, in Grünstädtel in die Große Mittweida.
Das Pohlwasser hat, neben einigen ausgebauten Bereichen, erfreulicherweise noch viele naturnahe Bachabschnitte aufzuweisen, die zum Teil als Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiet „Pöhlwassertal- und Wernitzbächel“ sogar unter europäischem Naturschutz stehen. Dort findet man auch die typische Ufervegetation, die in unserer Region vor allem von der Schwarzerle bestimmt wird.
Etwas weiter bachaufwärts, direkt an der Grenze von Sachsen und Böhmen, gesellt sich der Goldenbach / Zlatý potok zum Pöhlwasser, der in der Nähe von Tellerhäuser auf tschechischer Seite der Erde entspringt und das Örtchen Goldenhöhe / Zlatý Kopec durchfließt. Zurück »

Talwanderungen

Pöhlwassertal

Talwanderungen, Wanderungen entlang der Täler von Flüssen und Bächen, waren einmal sehr in Mode, ganze Wanderführer wurden dazu geschrieben. Solche Wanderungen gehören ohne Zweifel zu den schönsten Naturerlebnissen, die es gibt. Und wenn man dem Gewässer richtig nahe kommen kann, es sozusagen richtig „zu spüren“ bekommt, dann hat das noch einmal einen ganz besonderen Reiz. Heutzutage ist das, zumindest an den Unter- und Mittelläufen der Hauptflüsse, kaum noch möglich. Straßen, Eisenbahn, Städte, Dörfer, Industrie und der Fluss teilen sich die Talsohlen, da passt der Wanderer, der den Naturgenuss sucht, nicht mehr so richtig hin. Wir kennen bei uns kaum noch Flusstäler, in denen man über eine längere Strecke hin in Ruhe wandern kann, wenn man wirklich in der Nähe des Wassers sein will. Ständige Störungen, ständiger Lärm machen Genuss und Erholung fast unmöglich. Man muss zu den Bächen oder den Oberläufen gehen, wo die Flüsse aber noch keine so richtigen Flüsse sind. Wanderungen entlang naturnäher Bachläufe sind natürlich auch schön, haben aber einen etwas anderen Charakter. Hier findet sich bei uns noch eine größere Auswahl. Zurück »

Ulme im Park Herrenhof

Ulme am Herrenhof Erla

Die ehemalige Ulme im Park Herrenhof hatte einen Stammumfang von 5,34 m, eine Baumhöhe von 30 m und einen Kronendurchmesser von 24 m, war etwa 400 Jahre alt und stand als Naturdenkmal unter Schutz. Sie war die stattlichste und älteste Ulme im Altlandkreis Aue-Schwarzenberg und wahrscheinlich weit darüber hinaus. Wie viele unserer Ulmen wurde sie von der Ulmenkrankheit befallen, der sie am Ende nicht mehr viel entgegenzusetzen hatte. Auch verschiedene Versuche zu ihrer Rettung brachten keinen Erfolg und so musste sie 2009 leider gefällt werden.
Am Baumstumpf, den man erfreulicherweise belassen hat, kann man noch um den Baum trauern, er vermittelt mehr als alle vorliegenden Fotos, was für ein eindrucksvolles Lebewesen uns da verlassen hat. Man kann es eigentlich nicht so recht begreifen, dass ein mickriger Pilz einen solchen Baum am Ende zu Fall bringen kann. Zurück »

Linde am Eduardstein

Linde am Eduardstein

Mit der Linde am Eduardstein haben wir zweifelsohne ein einmaliges Naturgebilde vor uns, das weit und breit seinesgleichen sucht. Vermutlich handelt es sich um einen Wildling, denn es wird wohl niemand auf die Idee gekommen sein, fast auf dem blanken Felsen einen Baum zu pflanzen. Solche Einfälle kann nur die Natur haben und was sich im Laufe der Jahrhunderte daraus entwickelt hat, kann sich durchaus sehen lassen. Mit bis zu 5 Meter langen Wurzeln krallt sich dieses mittlerweile riesige Geschöpf förmlich am Felsen fest wie ein Adler an seiner Beute. Es macht fast den Eindruck, als wäre er mit ihm verwachsen, als wolle der Baum sich am Fels festklammern und so das ewige Leben sichern. Ein anrührender Versuch, der leider zum Scheitern verurteilt sein wird. Mit 6,65 m Stammumfang, 16 m Kronendurchmesser und 25 m Höhe ist die Linde am Eduardstein die älteste Linde im Altlandkreis Aue-Schwarzenberg. Zurück »

Schwarzwasser

Das Schwarzwasser entspringt in reichlich 1100 m Höhe am Hinteren Fichtelberg in Deutschland. Wandert aber, aus welchen Gründen auch immer, nach Böhmen aus, überschreitet bei Boží Dar / Gottesgab die Grenze, schaut sich erst einmal das wunderschöne böhmische Erzgebirge an, bis es in Johanngeorgenstadt wieder heimkehrt. Es mündet in 342 m Höhe in Aue in die Zwickauer Mulde.
Vor allem auf böhmischer Seite gibt es sehr viele eindrucksvolle, naturnahe Abschnitte, was sicher auch eine Ursache darin hat, dass fast alle Dörfer, die sich einstmals an seinen Ufern ansiedelten, verschwunden sind. Auf deutscher Seite sind viele Flussabschnitte verbaut, aufgrund der zahlreichen ehemaligen Hammerwerke und Mühlen, von Industrieansiedlungen usw. Fast überall muss sich das Schwarzwasser die Talsohle mit Straße und Schiene teilen. Naturnahe Auwälder, wie wir sie an der Mulde doch noch recht zahlreich finden, gibt es kaum noch. Aber einige wertvolle Bereiche finden sich schon, wie aus der Beschreibung des FFH-Gebietes » zu ersehen ist. Zurück »

Fließgewässer

Schwarzwasser

Stehende Gewässer gibt es bei uns im Erzgebirge von Natur aus kaum, denn das Wasser zieht es ins Tal und nur durch gewaltige Bauwerke vermögen wir das zu verhindern. Fließgewässer hingegenhaben wir eigentlich genug; aber solche mit einem natürlichen oder zumindest naturnahen Zustand, da sieht es, wie in vielen anderen Regionen Europas auch, schon schlechter aus. Seit Jahrhunderten werkeln wir an den Flüssen und Bächen herum, verändern die Ufervegetation, stauen sie an, bauen Siedlungen an die Ufer, bringen Eisenbahn und Straße in die Täler, schützen das alles vor Hochwasser, und vieles mehr. Es sind oftmals durchaus nachvollziehbare Gründe, warum wir wie eh und je an den Bächen und Flüssen herumzudoktern. Aber meist sind es keine harmlosen „Schönheitskorrekturen“, die dabei stattfinden, sondern schwerwiegende Eingriffe. Die Grenzen der Erträglichkeit sind eigentlich überschritten. Wir müssen den Fließgewässern wieder mehr Freiheit geben, zumindest im gewissen Grade, und enorm wichtig ist der Schutz und Erhalt der noch vorhandenen natürlichen und naturnahen Fluss- und Bachabschnitte im Rahmen des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000, im Interesse der dort lebenden Pflanzen und Tiere und nicht zuletzt von uns selbst.